Prognose: Steigendes Risiko von Hitze und Trockenheit in Rheinhessen

Die Temperatur steigt, Hitzewellen werden wohl häufiger. Das Rheinland-Pfalz-Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen und das Landesamt für Umwelt haben die Auswirkungen des Klimawandels gemessen und deren Folgen ausgewertet.

Prognose: Steigendes Risiko von Hitze und Trockenheit in Rheinhessen

Seit 1881 ist die Temperatur in Rheinland-Pfalz im Jahresmittel um 1,6 Grad Celsius angestiegen, vor allem in den letzten 26 Jahren. Die fünf wärmsten Jahre traten alle seit 2014 auf. „Das Jahr 2020 war das wärmste Jahr der letzten 140 Jahre. Sommertage, heiße Tage und Hitzewellen treten zunehmend häufiger auf“, warnte Klimaschutzministerin Anne Spiegel (Bündnis 90/Die Grünen) kürzlich in einer Pressemitteilung.

Das Ausmaß und die Folgen des Klimawandels in der Region hat das Landesamt für Umwelt nun gemeinsam mit dem Rheinland-Pfalz-Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen ermittelt und in einem Themenheft veröffentlicht.

Häufigere Hitzeperioden

Vor allem in den wärmeren Gebieten, wie Rheinhessen, Moseltal und Vorderpfalz, seien demnach die Temperaturen stark gestiegen, die Hitzeperioden häufiger geworden. „Da dort auch die großen Städte des Landes liegen, waren in den Extremjahren wie 2003 oder 2018 mehr als 40 Prozent der Bevölkerung von starker Hitze betroffen“, so der Leiter des Kompetenzzentrums, Dr. Ulrich Matthes.

Auch das Bundesumweltamt sprach kürzlich davon, dass der Oberrheingraben und Rheinhessen zu den Regionen Deutschlands gehören, in denen die Risiken durch Hitze und Trockenheit bereits heute sehr hoch sind und weiter ansteigen werden.

Im Oberrheingraben werden inzwischen 60 bis 70 Tage mit Temperaturen über 25 Grad gemessen, seit Mitte des Jahrhunderts seien diese durchschnittlich um 15 Tage angestiegen. Gleichzeitig seien die Frosttage um 15 Tage zurückgegangen. Hitzewellen mit starker Belastung und Temperaturen von teilweise über 33 Grad seien vor allem in den vergangenen Jahren gehäuft aufgetreten, beispielsweise in den Jahren 2015 und 2016 sowie 2018 bis 2020. Dauerheiße Gebiete liegen vor allem „in den Siedlungskernen“, heißt es im Themenheft „Klimawandel – Entwicklungen bis heute“. „Andererseits heben sich bewaldete Gebiete als deutlich kühler von der Umgebung ab.“

Grundwasserstände sanken, Bäche trockneten aus

Im Themenheft werden auch die Auswirkungen der Trockenheit betrachtet. So sanken zum Beispiel Grundwasserstände, Bäche trockneten aus. „Allein die Grundwasserneubildungsrate ist im Schnitt der letzten 18 Jahre um rund 25 Prozent gegenüber den Jahren 1951 bis 2002 zurückgegangen“, so Sabine Riewenherm, Präsidentin des Landesamtes für Umwelt. So habe es in Rheinhessen und im Mosel- sowie Rheintal weniger als 600 Liter pro Quadratmeter und Jahr Niederschlag gegeben, in den Höhenlagen von Eifel, Hunsrück, Westerwald und Pfälzerwald lag die Menge bei über 1000 Litern.

In den Sommermonaten waren die Niederschläge in unserer Region oft verbunden mit Schauer- und Gewitter-Ereignissen, die im Vergleich zu anderen Regionen Deutschlands hier überdurchschnittlich oft auftreten. Auch Starkniederschläge und damit verbundene Sturzfluten haben in den vergangenen Jahren große Schäden in Rheinland-Pfalz angerichtet.

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