Zwei Wochen vor dem geplanten Start steht das Mainzer Oktoberfest auf der Kippe. Baudezernent Ludwig Holle äußerte bei einer Pressekonferenz am Freitagvormittag Sicherheitsbedenken: „Auf Basis der aktuellen Gegebenheiten ist das Oktoberfest 2026 im geplanten Festzelt nicht zulässig.“
So habe die Bauaufsicht Mängel gemeldet. „Das Fest muss sicher sein“, so Holle. Das Festzelt gelte als Gebäude und müsse daher genauso auf seine Sicherheit hin überprüft werden. Zum jetzigen Zeitpunkt könne man daher nicht sicher sagen, dass das Fest stattfinden könne. Man wünsche sich aber, dass es nicht zu einer Absage komme.
Und weiter: „Leider waren die erforderlichen Unterlagen in diesem Jahr unvollständig und wurden auch bis heute noch nicht nachgereicht.“ Auch Anträge und Nachweise seien nicht korrekt vorgelegt worden.
Festzelt wieder abgebaut
Das Festzelt sei außerdem zwischenzeitlich ab- und an anderer Stelle wieder aufgebaut worden. Auch das sei jedoch ohne Genehmigung erfolgt. Daher müsse das Zelt nun wieder abgebaut werden. Aktuell sei rechtlich nicht klar, ob das Zelt so überhaupt stehen dürfe. „Wir können nicht mit Sicherheit sagen, ob das Fest sicher durchgeführt werden kann“, so Holle. Nicht beurteilt werden könnten etwa Brandschutz und Standfestigkeit. Bei einer so hohen Besucherzahl sei es „unerlässlich, jegliche Gefährdung für die Besucherinnen und Besucher“ auszuschließen.
„Wir hoffen, dass die Gutachten noch rechtzeitig bis nächste Woche eingereicht werden“, so Holle. „Wir begrüßen die traditionelle Veranstaltung außerordentlich - und würde uns über eine Durchführung freuen. Wir werden die Entscheidung aber nicht erst am Veranstaltungstag treffen.“
Bereits im vergangenen Jahr sei das Fest im letzten Moment lediglich „geduldet“ worden. Vor 16 Jahren sei lediglich eine befristete Baugenehmigung ausgesprochen worden. Aufgrund des „temporären Charakters“ sei diese jedoch nur bis zum Jahr 2017 gültig gewesen. Seitdem sei das städtische Bauamt für die Baugenehmigungen zuständig. Da es sich bei dem Festzelt laut der Betreiberin lediglich um ein Provisorium handele, könne die Stadt immer nur einzelfallbezogen für die jeweils anstehende Veranstaltung beurteilen, so Holle.
In den vergangenen Jahren seien daher auch nur befristet gültige Gutachten eingereicht worden, was Brandschutz und Standsicherheit betreffe - und das auch nur, nachdem das Bauamt „eingeschritten“ sei.
Erste Anzeichen bereits am Vortag
Erste Anzeichen für eine mögliche Absage hatte es bereits am Vortag gegeben. In der kurzfristigen Einladung zur Pressekonferenz hieß es: „Für das 20. Oktoberfest – ursprünglich geplant vom 08. bis zum 25.10.2026 – auf dem Mainzer Messegelände wird auf diversen Veranstaltungstools intensiv geworben, der Kartenvorverkauf läuft offenkundig bereits seit einiger Zeit.“ Dies wolle man als Anlass für eine Stellungnahme nehmen (wir berichteten).
Die 20. Ausgabe des Oktoberfests soll eigentlich vom 8. bis 25. Oktober auf dem Messegelände in Mainz-Hechtsheim stattfinden. Erwartet werden 40.000 bis 50.000 Besucher.