Umfrage: Das muss sich in der Mainzer Innenstadt ändern

Was braucht es, um wieder mehr Menschen in die Mainzer Innenstadt zu locken? Diese Frage hat nun Merkurist seinen Lesern gestellt. An der Spitze des Ranking liegt eine Forderung, mit der man nicht unbedingt so weit vorne gerechnet hätte.

Umfrage: Das muss sich in der Mainzer Innenstadt ändern

Pläne, die Mainzer Innenstadt aufzuwerten und somit wieder mehr Kunden in die City zu locken, gibt es viele. Bisher nachhaltig erfolgreich umgesetzte Projekte gibt es dagegen wenig. Doch das soll sich nun ändern, wie Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz (CDU) zuletzt ankündigte (wir berichteten). An die 70 Maßnahmen sollen in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren umgesetzt werden, um den Einkaufsstandort Innenstadt wieder zu beleben.

Unabhängig davon plant die Stadtverwaltung mit den „Innenstadt-Impulsen“ bereits in diesem Jahr Maßnahmen, die dem Kunden-Schwund vorbeugen sollen. Doch werden diese Vorhaben auch den Nerv der Mainzer und potenzieller Besucher aus dem Umland treffen? Merkurist hat nun jedenfalls seine Leser gefragt, was sie sich wünschen, um wieder in die City zum Einkaufen zu kommen und dabei zehn Antwort-Möglichkeiten vorgegeben. Dabei ist schließlich ein Ranking mit einem zumindest ganz an der Spitze leicht unerwarteten Ergebnis zustande gekommen.

Platz 10

Auf dem letzten Platz im Ranking landet der Wunsch nach einem „kostenlosen Shuttle-Service in die Altstadt“. Ganze 3 Prozent bevorzugen ein solches Angebot, das in den letzten Jahren häufig diskutiert, aber bisher nicht umgesetzt wurde.

Platz 9

Minimal besser schneidet im Ranking die Forderung nach einer „Erhöhung der Reinigungsintervalle“ in der Innenstadt ab (4 Prozent). Vor allem bei den Spontan-Marktfrühstücken gab es zuletzt immer wieder Ärger über die riesigen Müllberge, die in der Altstadt zurückgelassen wurde. Für die Mehrheit der Umfragen-Teilnehmer scheint dies aber nicht der entscheidende Faktor zu sein, um wieder öfter in die Innenstadt zu kommen.

Platz 8

Auf dem drittletzten Platz geht es indirekt gleich wieder um das Marktfrühstück. 4 Prozent unserer Leser wünschen sich „Mehr Events wie das Marktfrühstück“, damit sie die City öfter besuchen. Hoffnung könnte diesen Lesern die Aussage von Wirtschaftsdezernentin Matz machen, die als eine erste Maßnahme zur Belebung der Innenstadt die Möglichkeit nennt, den Einzelhandel mit dem Feld der Kulinarik beziehungsweise des Weins zusammenzubringen. So könne man beispielsweise unter der Beteiligung der Mainzer Winzer ein „Abend-Shopping“ mit Weinausschank und Essen kombinieren, schlug Matz kürzlich vor.

Platz 7

Etwas weiter vorne landet die Forderung nach „stärkeren Kontrollen des Ordnungsamts in den Fußgängerzonen“ (7 Prozent). Zuletzt gab es nämlich immer wieder Kritik von Passanten und auch Gewerbetreibenden, die das Verhalten vieler Verkehrsteilnehmer kritisierten. So soll es in den Fußgängerzonen immer öfter zu Problemen mit Rad-, Motorroller- sowie E-Scooter- und sogar vereinzelt auch Motorradfahrern kommen. Nach Angaben der Stadt würden hier aber immer wieder Kontrollen durchgeführt.

Platz 6

Für manche vielleicht überraschend weit hinten liegt der Wunsch nach einer „komplett autofreien Innenstadt“ (9 Prozent). Demnach scheint sich die Mehrheit der Leser nicht daran zu stören, sich mit Autos die City teilen zu müssen.

Platz 5

Weg mit der Betonwüste und „mehr Grünflächen“ in der Innenstadt wünschen sich ebenfalls 9 Prozent der Umfragen-Teilnehmer. Einen Anfang gemacht hat die Stadt beispielsweise bereits vor rund sechs Jahren mit der Umgestaltung des Hopfengartens. Dort wurde aus einem Parkplatz ein „Ort, der zum Verweilen einlädt“, geschaffen. Ob noch weitere neue Grünflächen folgen, wird sich zeigen.

Platz 4

Schon fast auf dem Treppchen landet die Forderung der Leser nach „besser ausgebauten Radwegen und mehr Abstellflächen für Räder in der Innenstadt“ (11 Prozent). Mit diesem Wunsch dürften die Teilnehmer an der Umfrage sicherlich auf Gehör bei der Stadt stoßen. Denn Mainz soll immer weiter zur Fahrradstadt ausgebaut werden. An manchen Orten in der Stadt werden bereits Parkplätze aufgehoben, um unter anderem breitere Radwege bauen zu können.

Platz 3

Gibt es in Mainz etwa zu wenige öffentliche Toiletten? Geht es nach einem Teil unserer Leser anscheinend ja. Denn 13 Prozent fordern, um wieder in die Innenstadt zum Shoppen zu kommen, „mehr öffentliche (saubere) WCs“. Denn eine saubere Toilette scheint in Mainz manchmal schwierig zu finden zu sein. Immer wieder berichten Leute, die dringend ein WC suchen, von widerlichem Geruch, verstopften Urinalen und vollgekoteten Kloschüsseln. Darüber hinaus werden öffentliche Toiletten in Mainz teilweise sogar mutwillig zerstört (wir berichteten).

Platz 2

Für viele Mainzer und Besucher aus dem Umland ist es wohl die wichtigste Forderung, um wieder öfter in die Innenstadt zu kommen. In unserem Ranking landet der Wunsch nach „deutlich günstigeren Parktarifen beziehungsweise kostenlosem Parken an Samstagen“ nur auf Platz 2 (19 Prozent). Dass dies unter anderem ein Grund ist, warum viele Kunden abgeschreckt werden, zum Shoppen nach Mainz zu kommen, bestätigte zuletzt auch ein Geschäftsmann, der sich eine nochmalige „Harmonisierung der Parkgebühren“ wünschen würde.

Platz 1

Überraschung ganz vorne im Ranking: Noch wichtiger als die Senkung der Parkgebühren ist den Teilnehmern der Umfrage die „Aufwertung des Rheinufers mit Gastro, mehr Bänken und mehr Grünflächen“ (20 Prozent). An vielen Stellen gleicht auch das Rheinufer eher einer Betonwüste als einem Ort, der außer zum Spazieren oder Radfahren dient, zum Verweilen einlädt. Doch auch am Rheinufer soll sich bald was tun. Im August 2022 soll die mit Fördermitteln des Landes unterstützte Neugestaltung des Rheinufers beginnen – zunächst zwischen Theodor-Heuss-Brücke und der Rheinufergarage.

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