So wehrt sich das Staatstheater gegen die AfD

„AfD will Kulturbetriebe auf Migranten hin durchleuchten“ - So titelte die „Stuttgarter Zeitung“. Wie das Staatstheater Mainz auf die Meldung reagiert.

So wehrt sich das Staatstheater gegen die AfD

„AfD will Kulturbetriebe auf Migranten hin durchleuchten.“ - Das schrieb die „Stuttgarter Zeitung“ vor einigen Tagen in einer Meldung. Die Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) möchte wissen, woher die Künstler aus Ballett, Schauspiel und Oper in Baden-Württemberg stammen. „Die Frage nach der Staatsangehörigkeit der Künstler zielt vor allem auf eine realistische Bestandsaufnahme des Status quo und auf eine Einschätzung der Qualität der eigenen Nachwuchskünstler im internationalen Vergleich ab“, begründete Rainer Balzer, der stellvertretender Fraktionschef der AfD in Baden-Württemberg, den Vorstoß gegenüber der Zeitung.

Für das Staatstheater Mainz ein Anlass, dieser Vorstellung etwas entgegenzusetzen. In einem Facebook-Post äußern sich die Verantwortlichen - und starten eine Initiative für Vielfalt. „Wir können uns das nicht anders erklären, als dass diese werteorientierte Partei sich wünscht, dass der Reichtum, die Vielfalt und die Internationalität in deutschen Theatern stärker öffentlich gemacht werden sollten. Das tun wir gerne! Und ‘leuchten’ mit unseren wunderbaren Künstler und Künstlerinnen aus der ganzen Welt“, so das Staatstheater auf seiner Facebook-Seite. In loser Reihe werde das Ensemble, das aus insgesamt 34 Nationen stammt, vorgestellt, heißt es weiter. Die erste ist die japanische Tänzerin Maasa Sakano, Ensemblemitglied bei „tanzmainz“.

Mehr als 1700 Reaktionen

Mehr als 1700 Reaktionen und rund 120, durchweg positive Kommentare gab es auf den Facebook-Post. „Perfekt reagiert!“, „Großartig!“, „Ich freue mich, die tollen internationalen Künstler kennenzulernen“ oder „Sinnvolle und gute Aktion“, schreiben die Nutzer. Und auch in Baden-Württemberg formiere sich Widerstand, wie die „Stuttgarter Zeitung“ berichtet. „Diese Initiative der AfD zeigt einmal mehr, welches Geistes Kind die Partei ist“, sagt etwa der SPD-Abgeordnete Martin Rivoir gegenüber dem Blatt.

Bereits 2015 hatte das Staatstheater Mainz sich gegen die AfD gewehrt. Damals hatten Mitarbeiter des Mainzer Staatstheaters eine Kundgebung der Partei vor ihrem Haus gestört, indem sie lautstark Beethovens „Ode an die Freude“ sangen. (js)

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