Die Stadt Mainz hat am Donnerstag (22. Oktober) damit begonnen, die ersten von mehreren geplanten Flächen zu entsiegeln. Demnach wird aktuell der Gehweg an der Kaiserstraße/Ecke Boppstraße in der Mainzer Neustadt aufgebrochen.
Die große Gehwegfläche, die mit der Verlegung einer Abbiegespur entstanden war, werde nun teilweise in eine Grünfläche umgewandelt, teilt die Verwaltung mit. Auf den rund 135 Quadratmetern sollen ein Baum, einzelne Sträucher und Stauden gepflanzt werden. Laut Stadt mussten dabei unter anderem Feuerwehrzufahrten, Leitungen im Boden und der Denkmalschutz berücksichtigt werden.
Weitere Maßnahmen in Planung
Auch das nächste Projekt steht bereits fest: der Bereich an der Schönbornstraße/Ecke Holzhofstraße in der Altstadt. Der Baubeginn ist für den 4. November geplant. Hier werden auf rund 63 Quadratmetern die vorhandenen Baumscheiben zu größeren Grünflächen zusammengelegt und mit bodendeckenden Sträuchern und Stauden bepflanzt. Eine weitere Entsiegelung in der Altenauergasse/Hintere Christofsgasse ist bereits beauftragt und soll Mitte November starten, wodurch etwa 48 Quadratmeter neue Grünfläche entstehen.
Die beiden Maßnahmen sind Teil einer Reihe von Projekten, die eine Arbeitsgemeinschaft der Stadtverwaltung erarbeitet hat. Ziel sei die Klimaanpassung und die „Bekämpfung“ von sogenannten „Wärmeinseln“ in der Innenstadt. Außerdem sind Projekte für die Reichklarastraße/Ecke Flachsmarktstraße, die Altenauergasse, den Balthasar-Maler-Platz im Bleichenviertel, die Neubrunnenstraße und den Barbarossaring geplant. Weitere Projekte sollen folgen.
Herausforderungen und Finanzierung
Die Stadt weist darauf hin, dass nicht jede versiegelte Fläche für eine Umwandlung geeignet ist. Oft stehen andere Nutzungen wie Zufahrten für Rettungsdienste, unterirdische Kabel und Kanäle oder Veranstaltungen dem entgegen. Die Herstellung von Grünflächen sei daher meist einfacher umzusetzen als Baumpflanzungen.
Für die ersten Maßnahmen sind Gelder aus dem Bundesprogramm „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ (NKK) mit einer Förderquote von 80 Prozent zugesagt. Das Gesamtvolumen der ersten Projekte liegt bei rund 950.000 Euro, wovon etwa 500.000 Euro als Fördermittel bewilligt wurden.
Die Dezernentin für Umwelt und Mobilität, Janina Steinkrüger, sagt dazu: „Dass wir nun den Start der ersten Entsiegelungsprojekte im Stadtgebiet verkünden können, erfreut mich und setzt ein wichtiges Signal zur Klimaanpassung. Jeder Schritt im Stadtgefüge hilft uns weiter.“