Wie bereiten sich Unimedizin und KKM auf das Coronavirus vor?

Auch in Deutschland werden immer mehr Fälle von Covid-19 bekannt, in Mainz gab es bislang keinen Fall. Doch wie bereiten sich die Krankenhäuser auf mögliche Patienten vor?

Wie bereiten sich Unimedizin und KKM auf das Coronavirus vor?

Die Zahl der Corona-Fälle in Deutschland hat sich seit dem Wochenende mehr als verdoppelt. Und auch in Mainz bereitet man sich auf mögliche Patienten vor - gerade in den Krankenhäusern.

Das sagt die Unimedizin

„Wir sind schon ziemlich lange darauf vorbereitet“, sagt Norbert Pfeiffer, medizinischer Vorstand. „Und wir sind sicher: Das Coronavirus wird auch nach Mainz kommen.“ Entsprechende Labortests seien früh etabliert worden, ihre Zahl sei zwar begrenzt, aber man sei „gut gerüstet“. Außerdem gebe es an der Unimedizin mehrere Isolierzimmer. „Diese haben Schleusen, in denen die Luft angesaugt und filtriert wird.“ Insgesamt stehen hier 13 Betten zur Verfügung. „Das wird allerdings nicht ausreichen“, prophezeit Pfeiffer. Deswegen bereite sich die Unimedizin bei einer größeren Welle von Infektionen darauf vor, auf etwa 50 Betten aufzustocken oder sogar Stationen für eine Isolierung von Covid-19-Patienten vorzuhalten. „Im allergrößten Notfall können wir 800 Betten bereit machen.“

Grundsätzlich sei aber zunächst der Hausarzt zuständig, sagt Pfeiffer. „Auf keinen Fall sollten Betroffene einfach zum Arzt in die Praxis gehen, sondern vorher anrufen.“ Die Gefahr, andere Menschen im Wartezimmer anzustecken, sei zu groß. Leichtere Fälle von Covid-19 würde man wieder nach Hause schicken und wie bei einer Grippe mit Paracetamol und Bettruhe behandeln. Schwerere Fälle sollten natürlich in die Uniklinik kommen, so Pfeiffer. Dort werden sie aber nicht sofort in der Notaufnahme behandelt, sondern in der Allgemeinmedizinischen Praxis am Campus (APC). Die Mitarbeiter dort seien geschult und könnten alle notwendigen Untersuchungen veranlassen. Auch hier sollten Betroffene sich vorher telefonisch anmelden.

„Man kann an diesem Virus versterben, es ist gefährlicher als die Influenza“, betont Pfeiffer. „Panik ist hier aber fehl am Platz.“ Wer sich an die Hygienevorschriften halte, sei sehr sicher vor einer Infektion.

Das sagt das KKM

Auch das Katholische Klinikum Mainz (KKM) beobachtet die Situation rund um das Coronavirus. „Wir sind auf alles vorbereitet“, sagt Hubert Holz, Leiter der Abteilung Krankenhaushygiene. Ärzte und Pflegepersonal seien geschützt, hier müsse man sich keine Sorgen machen. Zehn Betten stehen im KKM für die Isolierung von Covid-19-Patienten zur Verfügung. „Im Notfall können wir auf 57 Betten aufstocken“, sagt Geschäftsführer Christian Quack. Und auch im Krankenhaus in Bingen gäbe es noch Kapazitäten. Grund zur Panik wegen des Coronavirus’ gebe es aber nicht.

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