Überall Müll - Rheinufer in Mainz wird zum Problemfall

Sind mit dem Ende der Maskenpflicht am Rheinufer auch die letzten Hemmungen gefallen? An den vergangenen Wochenden verbrachten tausende Mainzer dort ihre Freizeit und sorgten zudem für ein riesiges Müll-Problem. Wie die Stadt jetzt reagiert.

Überall Müll - Rheinufer in Mainz wird zum Problemfall

Es ist aktuell das Aufreger-Thema Nummer eins in Mainz: Die Müllberge, die sich am Rheinufer und in den angrenzenden Innenstadt-Bereichen türmen. Eigentlich hatte die Stadt zuletzt schon reagiert und weitere Maßnahmen ergriffen, um das Problem in den Griff zu bekommen (wir berichteten). Doch gebessert hat sich seitdem nichts. Ganz im Gegenteil, am vergangenen Wochenende ist die Situation vor Ort noch einmal eskaliert: Zerbrochene Glasflachen, leere Pizza-Kartons und unzählige überfüllte Abfallbehälter - wo man auch hinguckte, das Müll-Problem war nicht zu übersehen.

Zudem hielten sich am Rheinufer, an den Rheinwiesen und am Winterhafen viele Menschen auch bis in die Nacht hinein auf. Viele waren in Kleingruppen unterwegs, hatten Getränke und Musikboxen dabei. Nach Mitternacht mussten die Polizei dann zu mehreren Einsätzen ausrücken. Dabei gingen Meldungen zu Sachbeschädigungen sowie Lärmbelästigungen und auch Körperverletzungsdelikten ein. So warf zum Beispiel ein 25-Jähriger auf der Malakoff-Terrasse eine Flasche auf eine Gruppe von Personen (wir berichteten). Die Mainzer Polizei, die das Mainzer Ordnunsgsamt bei Kontrollen unterstützte, sprach in diesem Zusammenhang von der „unschönen Seite der zurückerlangten Freiheit“.

Appell von OB Ebling an die Mainzer

Doch gibt es jetzt Konsequenzen aus den Ereignissen des vergangenen Wochenendes? Ja! Denn die Stadt Mainz reagiert nun noch einmal auf die Ereignisse und rüstet weiter auf, um dem Problem Herr zu werden. „Für das kommende Wochenende werden zusätzlich noch rund 40 Gefäße mit 240 Litern Fassungsvermögen aufgestellt und das Wochenend-Team des Entsorgungsbetriebes noch einmal personell verstärkt“, erklärt Stadtsprecher Marc André Glöckner auf Anfrage von Merkurist. Allerdings stelle die Stadtverwaltung auch fest, dass einigen Bürgern der Weg zum Mülleimer, seien es auch nur fünf Meter, schon zu weit ist.

Indes appelliert auch Oberbürgermeister Michael Ebling noch einmal an die Mainzer. „Unsere Ämter und der Entsorgungsbetrieb haben alle Maßnahmen ergriffen, damit die Mainzer den Sommer am Rhein und auf den Grünflächen genießen können. Wir alle wissen aber auch, dass das nur funktioniert, wenn auch wenn gegenseitig Rücksicht genommen wird.“ Daher gelte es für alle, einige wenige einfache Verhaltensregeln einzuhalten. „Eine Stadt bleibt nur dann sauber, wenn alle an einem Strang ziehen und Müll nicht achtlos liegen gelassen oder weggeworfen wird“, so Ebling.

Schwerpunktkontrollen angesetzt

Ein spezielles Thema, das sich an den letzten Wochenenden immer wieder gestellt hat, ist der Umgang mit Glasflaschen.Wie Stadtsprecher Glöckner sagt, würden die meisten Papierkörbe, gerade entlang des Rheinufers, schon Aufkleber tragen, die gezielt auffordern, auch die Glasflaschen hineinzuwerfen. Leider gebe es aber immer wieder Akteure, die dazu auffordern, Flaschen neben die Behälter abzustellen. Flaschensammler nähmen Glasflaschen aber aufgrund des geringen Pfandertrages (acht Cent) kaum noch mit. „Die Flaschen bleiben liegen, fallen um oder werden mutwillig zerstört, obwohl noch genügend Platz für Flaschen in den Papierkörben ist.“

Die Verletzungsgefahr für Mensch und Tier steige dadurch, so Glöckner. Deshalb auch hier der Appell der Stadt: „Glasflaschen entweder mit nach Hause nehmen oder in den Müllbehältern entsorgen!“ Damit sich die Mainzer auch an die Regeln halten, will das Ordnungsamt nun präsenter sein und durchgreifen. „Das Ordnungsamt wird in den kommenden Wochen wieder einen stärkeren Fokus auf die Themen Müll und Lärm legen und in den bekannten Gebieten auch Schwerpunktkontrollen durchführen“, kündigt Glöckner an.

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