Schwere Fahrradstürze in Gaustraße: Was die Stadt Mainz nun dagegen tun will

Immer wieder missachten Radfahrer das Durchfahrverbot in der Gaustraße und bringen sich damit selbst in Gefahr. Der neue Radfahrbeauftragte der Stadt Mainz will nun reagieren.

Schwere Fahrradstürze in Gaustraße: Was die Stadt Mainz nun dagegen tun will

Zwischen geparkten und fahrenden Autos, Straßenbahnen und deren Schienen kann es in der Mainzer Gaustraße schnell unübersichtlich werden. Besonders dann, wenn die Radfahrer sich nicht an das Durchfahrverbot im unteren Teil der Gaustraße halten und den Radweg über den Stefansberg ignorieren. Immer wieder kommt es dann zu teils schweren Stürzen.

Wie die Polizei Mainz auf Anfrage von Merkurist mitteilt, ist die Zahl der schweren Unfälle laut Statistik in den vergangenen Monaten zwar zurückgegangen. So wurden im Jahr 2020 in der Gaustraße acht schwere Unfälle mit Radfahrern vermerkt, 2021 nur einer, in diesem Jahr bis Ende Mai waren es zwei Unfälle. Fraglich allerdings bleibt, welche Auswirkungen die Corona-Lockdowns in der Zwischenzeit auf die Statistik hatten.

Wohl hohe Dunkelziffer an Stürzen

Bei den genannten Unfällen wurden aber auch nur die erfasst, bei denen die Radfahrer sich schwer verletzten. Polizeisprecher Matthias Bockius erklärt zur Statistik: „Erfahrungsgemäß werden bei kleineren Stürzen mit leichten Verletzungen weder Polizei noch Rettungsdienst hinzugezogen, weshalb hier eine hohe Dunkelziffer von ‘Zwischenfällen’ bestehen könnte. Daher liegen uns hierzu auch keine belastbaren Zahlen vor.“ Die Polizei kontrolliere die Radfahrer in der Gaustraße in „regelmäßigen Abständen“, insbesondere würden die Kontrollen von der Fahrradstreife der Mainzer Polizei durchgeführt. Oftmals würden Radfahrer dann über die Gefahr von schweren Stürzen in der Gaustraße aufgeklärt, sagt Bockius.

Auch der neue Mainzer Radfahrbeauftragte, Tobias Welz, weiß um die gefährliche Situation in der Gaustraße. Er ist seit dem 1. April im Amt. Im Gespräch mit Merkurist sagt Welz: „Wir waren vor Kurzem erst vor Ort und haben uns die Situation dort angeschaut. Die Markierungen wollen wir auf jeden Fall verbessern.“ Zwar weisen jetzt schon Schilder auf das Durchfahrverbot hin, dennoch will der Radfahrbeauftragte nochmal nachbessern, wie er sagt. „Geplant ist, mehr Piktogramme dort anzubringen, damit wir die Radfahrer früher ‘abholen’ können.“

Zudem werde geprüft, ob die bestehenden Schilder vor Ort nochmal vergrößert werden könnten: „Hier prüfen wir, ob eine größere Variante Sinn ergeben würde, um noch deutlicher zu machen, dass Radfahrer vorher abbiegen müssen.“ Die Gaustraße für Radfahrer freizugeben, stehe aber nicht zur Debatte. Welz erklärt: „Der Streckenabschnitt ist nicht dafür geeignet, dass er von Radfahrern genutzt wird, deshalb sind dort ja auch schon so viele schwere Unfälle passiert.“

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