Rückschlag für Standort Mainz? Biotech-Unternehmen eventuell vor Absprung

Die Stadt Mainz will in den nächsten Jahren zu einem weltweit anerkannten Biotechnologie-Standort werden. Zwei Biotech-Start-ups drohen nun jedoch, sich vorzeitig zu verabschieden. Wie die Stadt gegensteuern will.

Rückschlag für Standort Mainz? Biotech-Unternehmen eventuell vor Absprung

Mit Biontech befindet sich eines der aktuell wertvollsten Unternehmen der Welt in Mainz. Mit der Entwicklung des Impfstoffs Comirnaty schafften die Firmenchefs Uğur Şahin und Özlem Türeci gemeinsam mit ihrem Forscher-Team den Durchbruch bei der Bekämpfung des Coronavirus. Vom riesigen Erfolg des Biotechnologie-Unternehmens profitiert vor allem auch die Stadt Mainz. Mehr als eine Milliarde Euro an Gewerbesteuern kassierte die Stadt bisher von Biontech.

In Zukunft soll Mainz nun zum Biotechnologiestandort mit „internationaler Strahlkraft“ ausgebaut werden. Doch möglicherweise könnten die Ambitionen nun einen herben Dämpfer erhalten, wie die Allgemeine Zeitung berichtet. Demnach würden die zwei Biotech-Start-ups „Actitrexx“ und „Lignilabs“ mit dem Gedanken spielen, Mainz zu verlassen. Als Grund dafür werden fehlende Laborkapazitäten genannt, die die Unternehmen in ihrer angestrebten Expansion hemmen würden. Doch wie reagiert nun die Stadt Mainz auf diese Überlegungen?

„Mangel an Laborflächen bekanntes Problem“

An der Stadtspitze gibt man sich zurzeit noch entspannt. Halten möchte man die beiden Unternehmen auf jeden Fall. Wie Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) gegenüber Merkurist erklärt, seien Actitrexx und Lignilabs für Mainz, für den Standort und die Biotech-Branche sehr wichtig. „Sie sind – wie andere Unternehmen auch – Beispiele für Innovationskraft ‚made in Mainz’“. Die Stadt befinde sich daher im Austausch mit beiden und auch weiteren Unternehmen. Ebling ist zuversichtlich, dass die Start-ups gehalten werden können und verweist dabei auf eine vor Kurzem vorgestellte Bedarfsanalyse.

Diese zeige das auf, was gebraucht wird, um diesen Unternehmen eine Perspektive zu geben, so der Oberbürgermeister. Und: „Der Mangel an mietbaren Laborflächen, die in Mainz für Ausgründungen im Bereich der Biotechnologie zur Verfügung stehen, ist ein bekanntes - und nicht nur auf Mainz beschränktes - Problem.“ Nun steuere der Landeskoordinator für Biotechnologie, Professor Georg Krausch, aber gegen. So soll unter anderem bald der erste Bauantrag für Laborflächen bei der Stadt Mainz gestellt werden. Zudem habe inzwischen auf den Flächen für hochschulnahes Gewerbe die Erschließung begonnen, erklärt Ebling. Parallel werde durch das Wirtschaftsministerium der Neubau des Technologie-Zentrums Mainz (TZM) vorangetrieben, das für Unternehmen der Biotech-Branche, die sich in der (Vor-)Gründungsphase befinden, zuständig ist.

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