Kritik an Ministerin Spiegel wegen Wortneuschöpfung

Weil der Begriff „Stiefvater“ negativ belastet sei, hat Bundesministerin Anne Spiegel in einer ZDF-Show nun einen neuen Begriff ins Spiel gebracht. Dafür erhält sie unter anderem viel Kritik im Internet.

Kritik an Ministerin Spiegel wegen Wortneuschöpfung

Aufregung um Bundesfamilienministerin Anne Spiegel (Grüne): In der Talkshow „Markus Lanz“ sorgte die ehemalige rheinland-pfälzische Familienministerin mit einer Wortneuschöpfung für Aufsehen. In den sozialen Medien kommt dies nicht bei jedem Nutzer gut an.

Kritik an Spiegels Wortschöpfung

So erklärte Spiegel unter anderem, dass sie den Begriff „Stiefvater“ für veraltet halte und stattdessen den „Bonus-Vater“ bevorzuge. Gleiches gelte für die „Stiefmutter“. Hier sei „Bonus-Mutter“ der schönere Begriff, da die anderen Begriffe doch sehr negativ besetzt seien. Doch für die „Aufwertung“ des Begriffs, wie sie die Grünenpolitikerin im Sinn hat, können sich in den sozialen Medien nicht alle begeistern.

So kommentiert ein User bei Twitter: „Das ist doch völlig irre - und familienfeindlich! Also Kinder mit leiblichem Vater und leiblicher Mutter leben ohne Bonus? Liebe Politik, meiner Meinung nach stimmt bei Euch irgendetwas nicht mehr.“ Ein anderer meint: „Bonusvater. Das nächste Unwort des Jahres.“ Und ein weiterer Kommentator postet: „Ich wurde in meiner Kindheit von meinem Bonusvater ganz häufig verprügelt. Das klingt doch gleich viel positiver. Danke an die Grünen.“ Unterstützung bekommt Spiegel aber auch. So gibt ein Twitter-User an, dass die Begriffe „Bonusvater“ und „Bonusfamilie“ aus dem Skandinavischen stammten und dort seit etwa 15 Jahren in allgemeiner Verwendung seien. Es gebe sogar eine TV-Serie, die so benannt sei.

Außerdem erklärte Spiegel in der ZDF-Show gleich noch einen weiteren für viele bisher eher unbekannten Begriff: „Verantwortungsgemeinschaft“. Dieser beschreibe ein eher modernes Familienmodell beziehungsweise ein Miteinander von Menschen, die Verantwortung füreinander übernähmen. Dies könnten zum Beispiel zwei Alleinerziehende mit Kindern sein, die zusammenzögen oder aber auch beispielsweise ein lesbisches Paar und zwei homosexuelle Männer, die die biologischen Väter der Kinder dieser Frauen seien. Wie Spiegel erklärt, müsse es auch keine Liebesbeziehung in dieser Verantwortungsgemeinschaft geben. Wichtig sei dabei aber, dass man füreinander einstehe.

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