Diese weltweit genutzten Produkte kommen aus Mainz

Nicht nur der Buchdruck wurde in Mainz erfunden. Wir stellen Euch Produkte vor, die ihren Weg von Mainz aus in die Welt geschafft haben.

Diese weltweit genutzten Produkte kommen aus Mainz

Als Erfinder des Buchdrucks mit beweglichen Metalllettern ist Johannes Gutenberg der Vater der modernen Massenkommunikation. 1997 wurde Gutenbergs Buchdruck vom US-Magazin „Time-Life“ zur bedeutendsten Erfindung des zweiten Jahrtausends gewählt. Doch aus Mainz gibt es noch weitere Produkte, die ihren Weg in die Welt hinaus geschafft haben. Hier sind fünf Produkte aus Mainz, die man in Deutschland oder sogar weltweit kaufen kann.

Reinigungsmittel und Schuhcreme

Anfang des 20. Jahrhunderts gelang dem Chemiker Philipp Adam Schneider im Auftrag von Werner & Mertz eine kleine Sensation: Er erfand eine Schuhcreme, die später den Markennamen „Erdal“ erhalten sollte. Damit entwickelte Schneider die erste Schuhcreme der Welt.

Bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts vertreibt Werner & Mertz Reinigungsmittel - und das nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa. Das in der Neustadt ansässige Unternehmen produziert und verkauft seine Putz- und Pflegemittel zum Beispiel auch in Österreich, Italien und Spanien.

Spezialglas aus der Neustadt

Seit 1952 haben die Glaswerke der Schott AG ihren Sitz in Mainz. Eigentlich gründete Otto Schott das Unternehmen bereits 1884 im thüringischen Jena, doch nach dem Zweiten Weltkrieg verlor er den ersten Firmensitz wegen einer Zwangsenteignung durch die alliierten Streitkräfte. Daraufhin zog das Unternehmen in die Mainzer Neustadt.

Hier wird sogar spezielles Glas für die Weltraumtechnik hergestellt, welches zum Beispiel beim Bau von Satelliten und Sonden verwendet wird. Außerdem produziert und vertreibt die Schott AG ihre Glas-Waren für Flugzeuge, Solarenergie-Anlagen und für Pharmazie auf jedem Kontinent der Erde. Dank Schott hatte Mainz sogar seinen Anteil an der Mondlandung: Bei Armstrongs Mondmission Apollo 11 waren Foto- und Filmkameras mit an Bord der Mondlandefähre Eagle. Bestückt waren die Objektive der Kameras mit optischen Gläsern von Schott - hergestellt im Mainzer Hauptwerk (wir berichteten).

Essig

Die Essig-Essenz „Surig“ ist wohl eine der Dinge, die in kaum einem Haushalt fehlen. Was allerdings viele nicht wissen: Dahinter steckt eine Firma aus Mainz – "Speyer & Grund", die als in Deutschland führende Herstellerin und Vertreiberin von Genuss-Essigsäure gilt. Ein weiteres Produkt des Unternehmens ist das Citrovin-Säurungsmittel, das in kleinen Plastikzitronen erhältlich ist.

Die Essig-Essenz, die „Speyer & Grund“ vertreibt, wurde übrigens zunächst von einem anderen Mainzer Unternehmen hergestellt: Das Mombacher Chemieunternehmen „Ineos Paraform“ hat 1877 die erste genießbare Essigsäure produziert.

Brezeln aus Hechtsheim

Die Brezel wurde in Mainz zwar nicht erfunden, doch durch das Unternehmen Ditsch in Hechtsheim wurde sie noch etwas populärer. 1919 von Bäckermeister Wilhelm Ditsch in einer kleinen Altstadtbäckerei gegründet, ist das Unternehmen in den vergangenen 97 Jahren zu einer deutschlandweiten Marke gewachsen. Das Laugengebäck wird außerdem in der Schweiz und in England vertrieben. So gibt es zum Beispiel Ditsch-Filialen in London, Manchester und Liverpool.

Weitere Delikatessen

Zur Brezel gehört in Mainz einfach der Spundekäs, der ursprünglich aus dem nördlichen Rheinhessen stammt. Dieser besteht in der Regel aus Frischkäse, Quark, Pfeffer, Salz und Paprikapulver und wird mit Zwiebelringen oder gehackten Zwiebeln serviert. Je nach Rezept können die Bestandteile und die Würzung aber auch variieren. Spundekäs wird auch überregional als Fertigprodukt in Supermärkten angeboten.

Weniger bekannt dürfte da der Mainzer Schinken sein. Bis 1914 exportierte Mainz die Delikatesse sogar in die Markthallen von Paris, wo er unter dem Namen „Jambon de Mayence“ bekannt und eine echte Spezialität war. (ms)

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