Ein lauter Knall direkt vor seinem Fenster schreckte den 29-jährigen C.S. am Samstag um kurz nach 12 Uhr hoch. Sogar seine Wände wackelten, wie er gegenüber Merkurist erzählt. Er rannte auf seinen Balkon im Erdgeschoss und stellte fest: Direkt unter ihm war ein schwarzer Audi gegen die Hauswand gekracht, aus dem Auto sei bereits Rauch aufgestiegen, berichtet C.S., der lieber anonym bleiben möchte. „Ich bin sofort nach unten gelaufen.“
Gemeinsam mit seinem Nachbarn, der ein Stockwerk über ihm wohnt, öffnete er dann die Fahrertür des Audis. Sie lösten den Sicherheitsgurt, stellten den Sitz nach hinten und holten den Fahrer vorsichtig aus dem Fahrzeug. Da sie befürchteten, dass das Auto anfangen könnte zu brennen, trugen sie ihn einige Meter vom Fahrzeug weg. Eine Frau wählte laut Polizei währenddessen den Notruf.
Kein Atem, kein Herzschlag
„Ich überprüfte anschließend seinen Zustand und stellte fest, dass er nicht mehr atmete und keinen Herzschlag hatte“, so sagt es C.S. weiter. Erst kurz vorher hatte er seinen Erste-Hilfe-Kurs absolviert, da er gerade seinen Lkw-Führerschein macht. „Ich habe ich nicht lange nachgedacht, denn schließlich ging es um ein Menschenleben.“ Er begann bei dem Mann mit der Herzdruckmassage. „Ich führte diese ohne Unterbrechung etwa acht bis zehn Minuten lang durch, bis die Einsatzkräfte eintrafen. Mein Nachbar stabilisierte währenddessen den Kopf des Mannes.“
Die Polizei bestätigt gegenüber Merkurist, dass zwei Anwohner bis zum Eintreffen der Polizei Reanimationsmaßnahmen bei dem Autofahrer durchgeführt haben. Als der Rettungsdienst eintraf, übernahm der die Behandlung bei dem 82-jährigen Mann. Er überlebte zunächst und wurde in ein Krankenhaus mitgenommen. Wahrscheinlich hatte er wegen eines medizinischen Notfalls die Kontrolle über sein Auto verloren und war daher gegen die Hauswand gefahren (wir berichteten).
Am Montagvormittag jedoch teilte die Polizei dann mit, dass der 82-Jährige inzwischen verstorben ist. Den Ersthelfer C.S. habe diese Nachricht traurig gemacht, sagt er. „Ich hatte so gehofft, dass er überlebt. Mein aufrichtiges Beileid gilt seiner Familie und seinen Angehörigen.“