Mainzer Notfallsanitäter versorgt Obdachlose mit Wasser

Wenn es heiß wird, haben vor allem Obdachlose ein Problem, denn besonders in der Sommerzeit leiden sie häufig an Wassernot. Justin Weisang will ihnen helfen.

Mainzer Notfallsanitäter versorgt Obdachlose mit Wasser

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) spricht eine Hitzewarnung aus, Meteorologen wie Dominik Jung sprechen von „Mega-Hitze“: In den nächsten Tagen erwarten uns Temperaturen um die 40 Grad – und das anhaltend (wir berichteten).

Was bei der Hitze am wichtigsten ist: Trinken und für Abkühlung sorgen. Doch nicht für alle ist das so einfach: „Wer auf der Straße lebt, ist der Hitze im Sommer schutzlos ausgeliefert“, sagte Justin Weisang bereits im vergangenen Jahr gegenüber Merkurist. Als Notfallsanitäter war dem 28-Jährigen bewusst geworden, wie dringend gerade wohnsitzlose Menschen Wasser brauchen. Denn deren Geld reiche oft nicht aus, um genügend Wasser zu kaufen. Weisang rief kurzerhand eine Aktion ins Leben, nannte sie „Wasser für wohnungslose Mainzer“ und begann, über seine eigene Facebookseite Spenden zu sammeln. Im ersten Jahr 2020 konnte er 2100 Liter Trinkwasser an die wohnsitzlosen Mainzer ausgeben. Insgesamt waren es seit Beginn der Aktion 4000 Liter.

Hitze für Obdachlose besonders gefährlich

Nun startet Weisang wieder damit, Wasserflaschen an die Menschen zu verteilen. „Die Hitze ist besonders für Menschen ohne Obdach gefährlich“, so der Malteser Hilfsdienst, bei dem Weisang als Notfallsanitäter arbeitet. „Niemand sollte sich Wasser nicht leisten können und Durst erleiden müssen“, ergänzt Weisang. Zudem wolle er durch die Aktion den Gang zu öffentlichen Brunnen, Restaurants oder gar dem Rhein verhindern. Die erste Palette mit Wasserflaschen wurde an die Ausgabestellen des Vereins „Armut und Gesundheit e.V.“ und am Tagesaufenthalt Wallstraße verteilt. „Am Montag konnte ich über 1300 Flaschen Wasser an die Ausgabestellen ausliefern“, berichtet Weisang. Die zweite Palette soll bald folgen.

„Wer auf der Straße lebt, ist der Hitze im Sommer schutzlos ausgeliefert“ – Justin Weisang

Anders als im vergangenen Jahr, als die Flaschen teilweise direkt an die Obdachlosen in der Stadt verteilt wurden, können die Menschen dieses Mal ihre Rationen dort abholen. „Wir stellen das Wasser an für die Empfänger*innen gewohnten Orten zur Verfügung, um die Umwelt zu schützen und die Selbstbestimmung zu wahren“, schreibt Weisang auf Facebook. „So werden aufgrund der wieder steigenden Infektionen auch die direkten Kontakte minimiert.“ Dass es in diesem Jahr schwieriger war an genügend Wasserflaschen zu kommen, habe vor allem daran gelegen, dass es an Verpackungsmaterial mangelte. „Daher konnte die bestellte Menge nicht zum gewünschten Zeitpunkt geliefert werden.“ Ihm sei auch noch nicht bekannt, welche Gebindegrößen er bekommen wird. „Ich muss nehmen, was ich bekommen kann.“

Auch sein Arbeitgeber, der Malteser Hilfsdienst, will die Aktion von Justin Weisang unterstützen. Im vergangenen Jahr stellte er Personal, Material und Logistiklösungen zur Verfügung. Dr. Gerhard Trabert vom Mainzer Verein „Armut und Gesundheit in Deutschland“ helfe ihm zudem mit seinem Wissen.

Die Aktion ist auf Spenden angewiesen. Mehr Infos, wie ihr helfen könnt, erfahrt ihr auf der Facebookseite und der Spendenseite der Malteser.

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