Niklas Kaul: „Es war eine Riesenüberraschung“

Zehnkampf-Weltmeister Niklas Kaul (USC Mainz) ist seit Samstag wieder in der Mainzer Heimat. Mit Merkurist hat er nun über seine Erlebnisse und das Leben als Student an der Johannes Gutenberg-Universität gesprochen.

Niklas Kaul: „Es war eine Riesenüberraschung“

Am vergangenen Donnerstag wurde Niklas Kaul vom USC Mainz in Doha zum jüngsten Zehnkampf-Weltmeister aller Zeiten (wir berichteten). Am Samstag dann wurde er in Mainz empfangen und trug sich in das Goldene Buch der Stadt ein. Doch wie fühlt man sich so als jüngster Zehnkampf-Weltmeister der Geschichte? Und muss der Lehramtsstudent jetzt jede Menge Selfies mit Kommilitonen auf dem JGU-Campus machen? Wir haben ihn im Merkurist-Interview gefragt.

Merkurist: Niklas Kaul, wie fühlt man sich, als jüngster Zehnkampf-Weltmeister der Geschichte?

Kaul: Ich bin einfach wahnsinnig glücklich! Dass ich jetzt der jüngste Weltmeister in der Geschichte bin, spielt eigentlich keine Rolle. Allein Weltmeister zu sein, macht mich wahnsinnig glücklich.

War es vor der WM Dein Ziel, Weltmeister zu werden oder kam es eher überraschend?

Nein, es war auf jeden Fall eine Riesenüberraschung. Natürlich habe ich vorher mit einer Medaille geliebäugelt. Aber was bei einem Zehnkampf am Ende rauskommt, das ist ja auch immer abhängig von der Tagesform. Ich hatte eigentlich noch mindestens zwei gute Athleten vor mir. Und dass es dann wirklich alles klappt und ich sogar Weltmeister werde, damit habe ich vorher nicht gerechnet.

Was hast du jetzt noch für Ziele?

Ganz klar: die Olympischen Spiele im kommenden Jahr. Das ist mein ganz großes Ziel.

Wo gibt es bei Dir noch Verbesserungspotenzial? Woran kannst Du arbeiten um noch besser zu werden?

Eindeutig im Sprint. Es kann ja wohl nicht sein, dass ich der langsamste Zehnkämpfer über 100 Meter bin, der über 8500 Punkte erzielt. Da muss eigentlich wirklich noch mehr drin sein.

Wie wurdest Du in Mainz nach deinem Triumph empfangen?

Ich wurde sehr nett empfangen. Freunde aus dem Verein und der Stadt haben mich im Rathaus begrüßt, was mich riesig gefreut hat. Ich habe aber alles ein bisschen wie im Schlaf empfunden. Ich konnte nicht viel schlafen in den Nächten davor.

Mal wirst Du als Mainzer, dann wieder als Saulheimer bezeichnet - was stimmt denn nun?

Ich bin in Saulheim aufgewachsen, meine sportliche Heimat ist aber beim USC in Mainz. Also wahrscheinlich ein bisschen von beidem. Ich bin übrigens Anfang September nach Mainz gezogen und habe mich inzwischen schon gut einleben können. Praktisch ist es auch: Ich habe jetzt kurze Wege zur Uni und zum Sport.

Und, hast Du schon einen Lieblingsplatz in Mainz gefunden?

Das ist so eine Sache. Die meiste Zeit verbringe ich eigentlich auf dem Sportplatz oder in der Uni. Aber im Sommer gehe ich gerne ab und zu auf die Rheinwiesen. Da ich aber meistens nicht so viel Zeit habe, habe ich keinen bestimmten Lieblingsplatz.

Am kommenden Montag beginnt für Dich das neue Semester. Hast Du Angst, dass Du jetzt ständig Selfies mit den Kommilitonen machen musst?

Ich glaube nicht, dass es soweit kommt. In den Physik-Vorlesungen schon gar nicht (lacht). Dort sind wir so wenige Studenten und kennen uns auch alle gut. Wenn man sich so gut kennt, ändert es nichts, ob man nun Weltmeister ist oder nicht.

Danke für das Gespräch, Niklas Kaul!

Das Interview führte Cathrin Wicke. (pk/df)

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