Eichhörnchen-Babys werden in Mainz aufgepäppelt

Im Tierheim Mainz treffen fast täglich junge Eichhörnchen ein, die besondere Fürsorge brauchen. Für die Mitarbeiter des Tierheims ist das mehr als ein Vollzeitjob.

Eichhörnchen-Babys werden in Mainz aufgepäppelt

Aus den drei kleinen Kisten, die im Behandlungszimmer des Mainzer Tierheims stehen, kommt immer wieder Fiepen. „Das sind die Rufe nach ihrer Mutter“, erklärt Vanessa Kappesser, Leiterin des Tierheims und Tierarzthelferin. Schaut man hinein, entdeckt man eine Decke, auf der sich drei kleine Eichhörnchen aneinander kuscheln. Sie sind so jung, dass sie ihre Augen noch nicht öffnen können.

Doch warum sind die jungen Tiere hier? In den meisten Fällen ist nicht klar, weshalb die Tiere verletzt und ohne Mutter sind. So gibt es laut Kappesser viele Fressfeinde, aber auch die Natur birgt Risiken für die Jungtiere. So werden die Eichhörnchen immer wieder auch von Hauskatzen verletzt. Derzeit kümmert sich das Tierheim um insgesamt 13 Eichhörnchen-Babys. Das ist nah an der Belastungsgrenze. Da die Tiere so jung sind, brauchen sie alle zwei Stunden Futter, teilweise sogar alle anderthalb. Dann bekommen sie eine Aufzuchtmilch, gemischt mit Fencheltee – für eine bessere Verträglichkeit. In den vergangenen Wochen hat die Tierarzthelferin deshalb keine Nacht durchgeschlafen, denn: Die Eichhörnchen pflegt sie auch nach Feierabend bei sich zu Hause. „Das ist sehr schön, aber auch sehr anstrengend.“

Eichhörnchen-Waisen keine Seltenheit

Da Eichhörnchen von Frühjahr bis Sommer geboren werden, komme es in diesem Zeitraum häufig vor, dass die Jungtiere in Auffangstationen ab- und dann an Tierheime und Tierschutzvereine weitergegeben werden. Trotzdem sei die Situation dieses Jahr anders. „Ich mache das seit zehn Jahren, aber es war noch nie so extrem wie dieses Jahr“, so die Tierheimleiterin.

Ziel des aufwändigen Aufpäppelns ist die Auswilderung der Eichhörnchen. Sobald die Tiere selbst fressen können, werden sie deshalb zur Auswilderungsstelle gebracht. Im Tierheim seien sie zwar immer sehr zutraulich gegenüber Menschen, das ändere sich aber schnell, sobald sie im Auswilderungsgehege sind. Dann würden die Wildtiere automatisch wieder scheu. „Dann gibt es immer wieder auch etwas Trennungsschmerz“, so Kappesser. Und trotzdem: Obwohl die Arbeit sehr anstrengend sei und die Tierarzthelferin herausfordere, so habe sie jedes Jahr wieder Vorfreude auf die „Päppelzeit“.

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