Falsche Bilder im „heute journal“: ZDF-Korrespondentin muss gehen

Die Verwendung falscher Videoszenen im „heute journal“ sorgte deutschlandweit für Empörung. Nun beruft das ZDF seine Auslandskorrespondentin mit sofortiger Wirkung ab.

Falsche Bilder im „heute journal“: ZDF-Korrespondentin muss gehen

Nach dem Debakel um falsch verwendete Bilder im „heute journal“ beruft das ZDF seine New-York-Korrespondentin Nicola Albrecht mit sofortiger Wirkung ab. Das teilt der Mainzer Sender am Freitagvormittag mit. Grund seien schwerwiegende Verstöße gegen ZDF-Richtlinien und journalistische Standards in einem Beitrag für das „heute journal“.

Das ist vorgefallen

Die Korrespondentin hatte für das „Mittagsmagazin“ am Freitag, 13. Februar, und das „heute journal“ über die Angst von Kindern in New York vor Festnahmen durch die amerikanische ICE-Behörde berichtet. Für das „heute journal“ am darauffolgenden Sonntag passte sie laut dem ZDF diesen Bericht an. In der neuen Fassung verwendete sie demnach zwei Videoszenen aus dem Internet. Eine der Szenen stammte jedoch aus einem völlig anderen Kontext, und zwar aus einer Festnahme in Florida im Jahr 2022. Die andere Szene sei KI-generiert gewesen.

Als der Fehler auffiel, sei die Sendung gelöscht und mit leichten Korrekturen wieder hochgeladen worden. Wie das ZDF nun zugibt, hätte das KI-generierte Material ohne journalistische Begründung und Einordnung nicht hätte verwendet werden dürfen. Zudem sei die Herkunft der anderen Videoszene nicht nach journalistischen Standards überprüft worden. Auch der Schlussredaktion des „heute journals“ hätte die KI-generierte Bildsequenz bei der Abnahme auffallen müssen, so der Sender in seiner Stellungnahme weiter.

„Glaubwürdigkeit unserer Berichterstattung“

ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten sagt dazu: „Der Schaden, der durch die Missachtung journalistischer Regeln entstanden ist, ist groß. Es geht im Kern um die Glaubwürdigkeit unserer Berichterstattung.“

Man erarbeite zurzeit einen Maßnahmenkatalog, um sicherzustellen, „dass die hohen journalistischen Standards, denen wir verpflichtet sind, jederzeit und uneingeschränkt eingehalten werden“, so Schausten weiter. Bereits einige Tage zuvor hatte das ZDF als erste Maßnahme für die Panne angekündigt, die Mitarbeiter zu Schulungen zu verpflichten: