Warum es an Fastnacht keine „Mega-Kirmes“ mehr gibt

Ein Riesenrad und ein Kinderkarussell - gerade einmal zwei Fahrgeschäfte gibt es noch an Fastnacht in Mainz. Doch das war nicht immer so. Noch vor Jahren existierte eine riesige Vergnügungsmeile an den närrischen Tagen in der Altstadt.

Warum es an Fastnacht keine „Mega-Kirmes“ mehr gibt

Rund um den Rosenmontagszug werden auch dieses Jahr wieder Hunderttausende Besucher in Mainz erwartet. Vom Schillerplatz über die Ludwigsstraße bis hin zum Domplatz können die Narren dann auf einer langgezogenen Partymeile feiern. Außer Essens- und Getränkeständen wird es dann auch wieder Fahrgeschäfte geben - allerdings nur zwei: ein Riesenrad und ein Kinderkarussell. Noch vor Jahren war das ganz anders. In weiten Teilen der Altstadt standen viele Fahrgeschäfte. Doch diese Zeiten sind längst vorbei.

„Schaustellern fast Genick gebrochen“

Der Erste Vorsitzende der „Mainzer Schausteller“, Marco Sottile, bedauert dies sehr. Noch bis 1985 habe die Vergnügungsmeile bis zum Südbahnhof gereicht. „Damals kamen noch Schausteller aus ganz Deutschland und wir hatten die größte transportable Achterbahn und sieben Autoscooter auf der Kirmes“, so Sottile. Doch im Laufe der Jahre sei den Schaustellern immer mehr Fläche weggenommen worden. „Das hat uns Schaustellern fast das Genick gebrochen.“ Von der einstigen „Mega-Kirmes“ sei inzwischen fast nichts mehr übrig.

Durch den Bau von beispielsweise einem Kino, Parkhäusern und Hotels sei der Festplatz immer kleiner geworden. „Die Kirmes geriet so immer mehr ins Hintertreffen“, sagt Sottile. Auch in diesem Jahr setze sich das fort. So habe das Riesenrad vom Markt auf den Liebfrauenplatz umziehen müssen. Denn auf dem Markt befinde sich aktuell eine weitere Fastnachtsbühne, sagt Sottile. Es bleibe also abzuwarten, wie es sich in den kommenden Jahren entwickle. (df)

Logo