Neues Konzept: Kann die Johannisnacht gerettet werden?

Nachdem die Johannisnacht in diesem Jahr nicht stattfinden kann, arbeiten die Mainzer Schausteller aktuell an alternativen Veranstaltungskonzepten. Außer der Variante eines Freizeitparks gibt es jetzt noch eine weitere Idee.

Neues Konzept: Kann die Johannisnacht gerettet werden?

Viele Mainzer Schausteller stecken wegen der Corona-Krise in akuter finanzieller Not. Die Absage der Mainzer Volksfeste trifft sie besonders hart, da sie so keine neuen Einnahmen mehr generieren können. Die letzten Einkünfte stammen aus dem Weihnachtsmarkt-Geschäft. Um nun doch noch etwas Geld verdienen zu können, entwickeln die Schausteller aktuell Konzepte für verschiedene Veranstaltungsmodelle. Unter anderem wird an der Idee für einen mobilen Freizeitpark gearbeitet (wir berichteten).

Doch es gibt noch eine weitere Variante. Diese sieht in Grundzügen so wie das Konzept der Stadt München für das abgesagte Oktoberfest aus. Demnach sollen nun in München die Fahrgeschäfte und Buden über die gesamte Innenstadt verteilt werden. So bekommen die Schausteller also die Möglichkeit, doch noch Einnahmen zu erzielen. Zudem soll von diesem Modell auch der Einzelhandel in der Münchner Innenstadt profitieren. Leser Sebastian fragt nun, ob diese Idee auch für Mainz denkbar und die Johannisnacht somit noch zu retten wäre.

In Mainz überhaupt umsetzbar?

Wie der 1. Vorsitzende des Schaustellerverbands Rheinhessen e.V., Georg Spreuer, gegenüber Merkurist sagt, sei dies tatsächlich eine Idee, an der man arbeite. Er halte das Konzept, die Stände in der gesamten Innenstadt zu verteilen, für attraktiv, so Spreuer. Etwas nüchterner bewertet der Vorsitzende der Mainzer Schausteller, Marco Sottile, diese Variante. „Ich kenne das Konzept aus München, ich glaube aber, dass das in Mainz recht schwierig umzusetzen ist.“ So sei der Wochenmarkt aktuell schon sehr entzerrt und auch die zusätzlichen Flächen für die Außengastronomie würden den Platz für die Buden verkleinern, sagt Sottile. Alle Schausteller in der Stadt unterzubringen, sei so eher nicht möglich.

Sottile bevorzugt deshalb die Idee des Freizeitparks. „Der Park wäre der größere Anreiz, weil die Attraktionen dort geballt präsentiert werden könnten.“ Zumal es sich bei der Innenstadt-Idee um Essens- und Getränkestände drehe. Fahrgeschäfte wie in München soll es wohl nicht geben. Wenn aber die Stadt Mainz die Idee, die Stände in der Innenstadt zu verteilen, unterstützen würde und eine zufriedenstellende Lösung für alle Schausteller finden sollte, dann könnte sich Sottile dieses Konzept vorstellen. Es reiche nicht, einfach nur Buden aufzustellen, damit sie da stünden. „Es muss auch für die Schausteller lukrativ sein, ein gewisser Umsatz muss erwirtschaftet werden“, so Sottile. (rk)

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