Fahren wirklich Menschen aus „über 200 Nationen“ in Mainzer Bussen?

Menschen aus über 200 Nationen nutzen täglich die Busse und Bahnen der Mainzer Mobilität - dies gibt jedenfalls das Unternehmen an. Doch ist es wirklich so?

Fahren wirklich Menschen aus „über 200 Nationen“ in Mainzer Bussen?

Bei den Fahrgastzahlen konnte die Mainzer Mobilität (MM) für das vergangene Jahr einen neuen Rekordwert präsentieren. Rund 53,5 Millionen Menschen wurden in den Bussen und Bahnen der MM befördert. Wie in den Bussen zu lesen ist, fahren sogar „Personen aus über 200 Nationen“ mit dem Verkehrsunternehmen. Doch genau das bezweifelt ein Merkurist-Leser:

Vertraut man auf die Angaben der Stadt Mainz, dann dürfte dies eher schwierig werden. Auf Anfrage teilt die Stadtverwaltung mit, dass in Mainz Menschen aus rund 160 verschiedenen Nationen leben (Touristen nicht mitgerechnet). Auch die Anzahl der von den Vereinten Nationen anerkannten Staaten beträgt derzeit „nur“ 194 (alle Uno-Mitglieder und Vatikanstadt).

Allerdings gibt es auch noch einige Gebiete, die international nicht vollständig anerkannt sind. Rechnet man diese dazu, kommt man letztlich auf über 200 Staaten. So nahmen beispielsweise 2016 an den bisher letzten Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro 207 Länder teil.

Letztlich sollte man die Angabe mit den „über 200 Nationen“ der MM aber wohl mit einem Augenzwinkern bewerten und, wie Leser Phil sagt, als „Werbespruch“ einordnen. Leser Thorsten vermutet zudem, dass der eigentliche Sinn der Aussage auch ein ganz anderer sein soll:

Und damit liegt Thorsten genau richtig. Wie MM-Pressesprecher Michael Theurer gegenüber Merkurist sagt, handle es sich bei den 200 Nationen nur um eine grobe Schätzung. „Wir wollen damit zum Ausdruck bringen, dass alle, die möchten, mit der Mainzer Mobilität fahren können, wir sind multikulturell und weltoffen.“

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