Es ist der Höhepunkt der Mainzer Straßenfastnacht 2026: Am Rosenmontag (16. Februar) werden wieder hunderttausende Menschen in der Mainzer Innenstadt erwartet.
Der große Umzug startet um 11:11 Uhr an der Ecke Josefs- und Boppstraße. Mit einer Gesamtlänge von rund neun Kilometern bewegt sich der Zug dann auf einer etwa 7,2 Kilometer langen Strecke durch die Neustadt und die Altstadt, bis er sich gegen 16:30 Uhr am Münsterplatz auflöst. Das diesjährige Motto lautet, passend zum 100-jährigen Jubiläum der Mainzer Hofsänger: „Die Hofsänger im Gold’nen Mainz – seit 100 Jahr‘n die Nummer 1“.
Insgesamt rechnet der MCV als Veranstalter mit etwa 9260 aktiven Teilnehmern. Darunter sind fast 5200 Menschen in Fußgruppen, rund 2000 Musiker, 126 Motivwagen und Komitees sowie 40 Pferde. Entlang der Strecke werden etwa 600.000 Zuschauer erwartet, die den Rosenmontagszug verfolgen.
Das „Zuchplakettche“ als Eintrittsgeld
Die Organisation und Finanzierung des riesigen Umzugs liegt in den Händen des MCV. Außer Förderern, Sponsoren und der Stadt Mainz ist eine der wichtigsten Einnahmequellen der Verkauf der sogenannten Zugplaketten, den „Zuchplakettcher“. Diese kleinen Figuren zum Umhängen wurden 1950 eingeführt, um die Finanzierung zu sichern. Der Erlös fließt vollständig in den Rosenmontagszug.
Passend zum Motto ziert 2026 ein Motiv der Mainzer Hofsänger die Plakette, die seit 2024 von der Firma Bericap in Budenheim gefertigt wird. Sie kostet sechs Euro. Eine limitierte Jubiläumsplakette aus Metall ist für neun Euro erhältlich. „Das Zugplakettchen ist nicht nur ein schönes Sammelobjekt“, erklärt MCV-Präsident Hannsgeorg Schönig, „vielmehr ist es für jeden Narren, der am Zug teilnimmt, sozusagen das Eintrittsgeld für den Rosenmontag“.
Schwellköpp und monatelange Planung
Ein weiteres Symbol der Mainzer Straßenfastnacht sind die „Schwellköpp“. Die überdimensionalen Pappmaché-Köpfe, die typische Mainzer Charaktere karikieren, wiegen bis zu 25 Kilogramm. Ihr Einsatz dauert rund vier Stunden, doch wie der legendäre Zugmarschall Ady Schmelz aus eigener Erfahrung wusste: „Man gerät wie in einen Rausch. Dann spürt man das Gewicht gar nicht.“
Hinter dem Rosenmontagszug steckt eine monatelange Vorbereitung. Die 27-köpfige Zugleitung des MCV plant den Rosenmontagszug rund ein halbes Jahr im Voraus. Sie lädt Vereine ein, sichtet Bewerbungen, plant die Wagen und koordiniert alle Abläufe. Am Zugtag selbst sind zusätzlich über 1500 weitere Personen von Polizei, Feuerwehr und Sanitätsdiensten im Einsatz, um für einen möglichst reibungslosen und sicheren Ablauf zu sorgen.