Gegen „Ausbluten“: Weihnachtsbaum-Aktion soll Innenstadt beleben

Damit bei den Einzelhändlern wieder die „Kassen klingeln“, startet die „Interessengemeinschaft Mainzer City-Carré“ eine neue Aktion zur Aufwertung der Innenstadt. Passend zur Jahreszeit sollen die Kunden nun weihnachtliches Flair geboten bekommen.

Gegen „Ausbluten“: Weihnachtsbaum-Aktion soll Innenstadt beleben

In der Mainzer Innenstadt soll wieder mehr „weihnachtliches Ambiente“ herrschen - das ist das Ziel der „Interessengemeinschaft Mainzer City-Carré“. Um dies zu erreichen, ließen die Geschäftsleute nun zwischen Römerpassage und Höfchen 30 drei Meter hohe Nordmanntannen aufstellen und dekorieren sowie Lichterketten aufhängen.

„Leute sollen in Mainz einkaufen, nicht woanders“

Wie der City-Carré-Vorsitzende Dieter Grünewald sagt, soll mit der Baum-Aktion dafür gesorgt werden, dass die Innenstadt optisch und qualitativ aufgewertet wird, „damit Mainz nicht ausblutet und verödet“. Grünewald sagt weiter: „Mit der Aktion wollen wir dazu beitragen, dass die Leute in Mainz ihre Weihnachtseinkäufe tätigen und nicht etwa in Wiesbaden oder Frankfurt.“ Bezwecken wolle man ebenfalls damit, dass den Betriebsinhabern, die mit größten Problemen konfrontiert wurden, Mut gemacht wird, durchzuhalten und nicht aufzugeben.

Die Baum-Aktion koste zwischen 3000 und 4000 Euro. Diese hätten die Geschäftsleute aus eigener Tasche gezahlt, so Grünewald. Beteiligt an der Aktion hätten sich aber auch die Stadtwerke, die Volksbank und die Sparda-Bank. Kein Geld sei hingegen von der Stadt Mainz geflossen. Aus dem Modell-Projekt „Innenstadt-Impulse“, für das die Stadt 486.000 Euro von der Landesregierung zur Belebung der Innenstadt bekommen habe, hätte die Interessensgemeinschaft zwar 10.000 Euro beantragt, sagt Grünewald. Bekommen habe man aber letztlich nichts.

Die Stadt Mainz habe dies damit begründet, dass nach den Richtlinien „tote Bäume“ nicht förderungswürdig seien. „Das sehen wir aber differenzierter: Grüne Bäume beleben durchaus die tote Stadt“, meint Grünewald. Seiner Meinung nach hätte Mainz viel Potential, über das andere Städte sich freuen würden, aber mache nichts daraus. „Die Stadt hat kein Konzept, das man akzeptieren kann.“ Einen richtigen Dialog mit den Geschäftsleuten würde es nicht geben. Er und seine Interessengemeinschaft hätten vor, die Dinge grundsätzlich zu ändern, so Grünewald. Deshalb plane man auch in Zukunft weitere Aktionen, um die Innenstadt aufzuwerten.

Matz: „Innenstadt attraktiv“

Im Gegensatz zu Grünewald sieht man hingegen bei der Stadt Mainz die Entwicklung der Innenstadt positiv und verweist dabei auf das sogenannte Innenstadt-Monitoring, das jährlich erhoben wird. Die Auswertung für das Jahr 2021 würde „ermutigende Zahlen für die Mainzer Innenstadt“ liefern, teilt die Stadt mit. Das Monitoring sei in den vergangenen Monaten durchgeführt worden und umfasse neben dem Einzelhandel auch Gastronomiebetriebe und andere Ladenlokale, zum Beispiel aus dem Dienstleistungsbereich.

Auch Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz zeigt sich indes mit den Ergebnissen zufrieden. „Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen wir trotz der schwierigen wirtschaftlichen Situation nur ein Ladenlokal weniger. Einzelhandel und Gastronomie entwickeln sich positiv und die Leerstände sind rückläufig.“ Die Entwicklung sei gerade angesichts der Befürchtungen aufgrund der Corona-Pandemie ermutigend und zeige letztlich die Attraktivität der Innenstadt, so Matz. Jetzt heiße es aber, gemeinsam mit allen Akteuren die Innenstadt weiter zu beleben und attraktiv zu gestalten. „Genau hieran arbeiten wir“, so die Wirtschaftsdezernentin.

Weitere Infos zum Innenstadtmonitoring 2021 gibt es hier.

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