MCV entschuldigt sich für Ticketverkauf – und wehrt sich gegen „unlauteren Vorwurf“

Was MCV-Präsident Hannsgeorg Schönig zur Kritik sagt

MCV entschuldigt sich für Ticketverkauf – und wehrt sich gegen „unlauteren Vorwurf“

Nachdem Kritik am Ticketverkauf zur Feier am 11.11. aufgekommen war, hat sich der Mainzer Carneval-Verein (MCV) nun entschuldigt.

„Wir dachten ehrlicherweise, wenn wir ohne großes Tamtam mit dem Kartenverkauf beginnen, dass es dann keinen allzu großen Ansturm geben wird“, schreibt MCV-Präsident Hannsgeorg Schönig in einer Pressemitteilung. „Man mag uns da Naivität vorwerfen, aber das war tatsächlich unser Gedanke. Es kam anders und wie ein Schneeballsystem sind wir von Kartenwünschen überrannt worden.“ Im Vorfeld habe man sich noch darüber Gedanken gemacht, ob man bei einem Ticketpreis von 7 Euro überhaupt alle Karten loswerde.

Am vergangenen Sonntag hatte Merkurist um 10:38 Uhr exklusiv berichtet, dass es am 11.11. Zugang zum Festgelände nur mit Tickets geben und der Verkauf im Laufe des Sonntags starten werde. Erst um 16:01 Uhr, als der Verkauf bereits lief, verschickte der MCV dazu eine offizielle Pressemitteilung. Daraufhin berichteten auch andere Medien wie die „Allgemeine Zeitung“ oder der SWR vom Ticketverkauf. Schon um 21 Uhr waren alle Tickets bereits weg.

Entschuldigung an die Garden

Vor allem tue es dem MCV leid, dass nicht alle Garden rechtzeitig eingebunden wurden. Die Schwellkoppträger und die Garden, die am 11.11. einmarschieren, würden aber ohnehin auf die Fläche kommen. Auch den Mitgliedern der Mainzer Fastnacht eG werde man ein Kartenkontingent anbieten. Zudem lade man Vertreter von fast allen Vereinen in den Osteiner Hof ein. Leid tue es dem MCV auch für jeden, „der unbedingt dabei sein will und kein Ticket bekommen hat“. Zur Wahrheit gehöre aber auch: „Wie auch immer wir es gemacht hätten, ob mit drei Wochen Vorankündigung oder an mehreren Terminen – es dürfen nur maximal 9000 Personen auf den Schillerplatz. Das heißt, wir werden immer Enttäuschte haben, wenn sie nicht zum Zug gekommen sind.“

Bei aller Kritik sei es „ein unglaublicher Erfolg“ gewesen, dass in neun Stunden alle angebotenen Tickets online verkauft wurden. „Es gab nur einmal am Anfang einen zehnminütigen Serverausfall und dann noch mal nach rund zwei Stunden für fünf Minuten, ansonsten lief das technisch gesehen für die allermeisten ziemlich gut.“ Dass der eine oder andere technische Probleme bekommen habe, „tut uns aufrichtig leid, aber woran das letztlich lag, lässt sich im Nachhinein nicht mehr feststellen“, so Schönig.

Nicht nur „junges Partyvolk“

Gegen den Vorwurf, dass sich nur „das online-affine, junge Partyvolk“ Tickets sichern konnte, wehrt sich der MCV-Präsident. „Wer Tickets bekommen hat, werden die Kritiker erst am 11.11. sehen können. Wer aber glaube, auf Facebook und in der MCV-Community „sind nur 20-jährige Party-Gänger, der irrt“. Der Vorwurf sei unlauter und absolut spekulativ.

Zudem erklärt Schönig, warum nur 9000 Personen auf den Schillerplatz kommen dürfen. „Wenn Sie Veranstaltungen dieser Größenordnung planen, müssen Sie vorab ein Sicherheitskonzept erstellen.“ Es ginge dabei um Zugänge, Laufwege und Fluchtwege. Für das Glasverbot müsse man die Veranstaltungsfläche einzäunen und mit Sicherheitspersonal kontrollieren. Die Veranstaltungsfläche zu vergrößern, sei laut Schönig keine Option gewesen, da man vor allem den Busverkehr an der Ludwigsstraße aufrechterhalten müsse. Dass das Programm bis abends laufe, mache es aufwändig und teuer. Deshalb seien die 7 Euro ein „moderater Eintrittspreis“.

Schönig sagt: „Wenn wir jetzt sehen, dass innerhalb weniger Stunden 9000 Personen zum 11.11. kommen wollen und viele Tausende vielleicht nicht zum Zug gekommen sind. Dann mag man sich gar nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn alle unkontrolliert am 11.11. am Schillerplatz aufgelaufen wären.“ Im vergangenen Jahr, als kein Eintritt genommen wurde, sei der MCV mit über 30.000 Euro Verlust aus der Veranstaltung heraus gegangen. „Das können wir uns leider nicht mehr leisten.“ In Köln zahle man am 11.11. am Heumarkt zwischen 11,11 und 33,33 Euro, am Tanzbrunnen für das Stehplatz-Ticket 39,50 Euro.

Ein Rohrkrepierer sei der Ticketverkauf nicht gewesen, so Schönig. „Man kann sich allenfalls darüber beschweren, dass wir den Ticketverkauf noch transparenter gestalten hätten können.“ Und genau das wolle man im kommenden Jahr auch machen. „Wir wollen natürlich besser werden und wir wollen auf keinen Fall unsere befreundeten Garden und Vereine verärgern.“