Warum in Mainz jetzt 10 Meter unter dem Rhein gebohrt wird

Für eine neue Leitung unter dem Rhein kommt erstmals ein besonderes Bohrverfahren zum Einsatz.

Warum in Mainz jetzt 10 Meter unter dem Rhein gebohrt wird

Eine neue, rund 220 Meter lange Versorgungs- und Entsorgungsleitung wird in Mainz unter dem Rhein verlegt. Wie der Wirtschaftsbetrieb Mainz mitteilt, beginnen die Arbeiten am 11. Mai. Die Leitung soll künftig die Ingelheimer Aue auf Höhe der Gassnerallee mit dem Kanalnetz am Mombacher Kreisel verbinden.

Die neue Verbindung ist notwendig, da die bestehende Leitung teilweise beschädigt und nur provisorisch repariert werden konnte. Eine Komplettsanierung ist laut Wirtschaftsbetrieb wirtschaftlich nicht sinnvoll. Die neue Leitung wird einen Durchmesser von 71 Zentimetern haben und in bis zu zehn Metern Tiefe unter dem Rhein liegen.

Besonderes Bohrverfahren

Für die Verlegung nutzt der Wirtschaftsbetrieb Mainz erstmals eine sogenannte Horizontalspülbohrung. „Das ist quasi ein grabenloses Verfahren zur unterirdischen Verlegung von Rohren und Kabeln, das in drei Hauptschritten abläuft“, erklärt Michael Paulus, Leiter der Neubauabteilung beim Wirtschaftsbetrieb. „Dabei wird zunächst ein Pilotkanal durch das Erdreich gebohrt, wobei eine Bohrspülung das Bodenmaterial abtransportiert und das Bohrloch stabilisiert. Anschließend wird dieser Kanal mit einem Räumer auf den gewünschten Durchmesser erweitert. Im letzten Schritt wird das Schutzrohr mit den Leitungen im Rückzug durch den erweiterten Kanal eingezogen.“

Durch die Verlegung in einem Schutzrohr sei die Leitung künftig besser gegen Beschädigungen gesichert. Auch der Austausch der Leitungen werde dadurch ohne Arbeiten im Hafenbecken möglich, was langfristig Zeit und Kosten spare. Wenn alles nach Plan verlaufe, rechnet der Wirtschaftsbetrieb mit einem Abschluss der Arbeiten Ende August 2026.