Riesiges Windrad in Mainzer Altstadt?

Nach dem goldenen Wohnturm jetzt das riesige Windrad: Ein weiteres Plakat in der Großen Langgasse sorgt für Verwirrung. Doch was steckt dahinter?

Riesiges Windrad in Mainzer Altstadt?

Vor zwei Wochen sorgten die Pläne für einen goldenen Turm in der Großen Langgasse für Irritationen (wir berichteten). „Innovatives Wohnen im Herzen der Stadt“, hieß es auf einem Plakat an der Baustelle. Ob es sich wirklich um ein Bauprojekt oder doch um eine ganz andere Art von Projekt handelt, blieb zunächst ein Rätsel.

Zwei Wochen später ist allerdings von dem Wohnturm keine Rede mehr. Denn die verantwortliche Webseite „Mainz4all“ präsentiert jetzt ein neues Projekt an selber Stelle: ein riesiges Windrad. „Energie aus der Nachbarschaft: sauber, sicher, unabhängig“, steht dabei. „Mit nachhaltiger Energieerzeugung inmitten der Stadt nimmt Mainz die Energiewende in die Hand.“ Das Projekt sei einzigartig in Deutschland, die gewonnene Energie werde direkt in das lokale Stromnetz eingespeist. Für alle im Umkreis von 1000 Metern lebenden Bürger bedeute dies: kostenlosen Strom.

Gleichzeitig solle das Windrad ein „modernes Wahrzeichen“ werden. Und: „Verantwortungsbewusst treten wir dem schon lange währenden Stadt-Land-Konflikt entgegen. Wir holen den Ökostrom raus aus dem Land, dorthin wo er wirklich gebraucht wird. Damit wagen wir einen symbolträchtigen Schritt und erschaffen Gleichgewicht.“ Auch an der Baustelle hängt nun ein neues Schild mit dem Windrad:

Doch viele Leser sind skeptisch, dass es sich bei dem Projekt wirklich um ein Bauprojekt handeln könnte. „Höchstvermutlich Teil eines Projekts, um Reaktionen auf verschiedene Bauformen herauszukitzeln. Erst der goldene Tower, nun ein Windrad. Die Adresse im Impressum deutet auf die Kunsthochschule Mainz hin“, schreibt etwa Leser Sven. Kathinka vermutet einen „Aprilscherz mit Anlauf“. Andere Leser fänden ein solches Projekt gar nicht so schlecht. „Fände es gar nicht so schlecht, die Stadt ist ja eh schon so laut, ob da noch so ein Teil so viel Unterschied macht. Wir müssen alle einstecken, um aus der momentanen Scheiße rauszukommen“, findet Friedrich.

​Weder die Kunsthochschule noch die Mainzer Wohnbau, die an dieser Stelle eigentlich zwei neue Wohngebäude errichten wollte (wir berichteten), haben sich bisher auf Nachfrage zu den Hintergründen geäußert.

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