Viele Corona-Ausbrüche in Schulen und Altersheimen

In Deutschland steigen die Zahlen der Coronainfektionen wieder stark an, so auch in Mainz und im Landkreis Mainz-Bingen. Besonders in Schulen und Seniorenheimen werden immer wieder Ausbrüche verzeichnet.

Viele Corona-Ausbrüche in Schulen und Altersheimen

Das Gesundheitsamt Mainz-Bingen verzeichnet derzeit mehrere Corona-Ausbrüche in Schulen, Kitas und Seniorenheimen in der Stadt Mainz und im Landkreis Mainz-Bingen. Das teilt der Landkreis am Donnerstag mit.

An insgesamt 21 Mainzer Schulen gibt es aktuell Corona-Fälle, auch elf Kitas sind betroffen. Im Landkreis Mainz-Bingen sind es 18 Schulen sowie acht Kitas, in denen Infektionen seit der vergangenen Woche aufgetreten sind. „Auffällig ist, dass wir hier vermehrt Folgefälle innerhalb der Klassen beziehungsweise Gruppen verzeichnen“, sagt Dr. Dietmar Hoffmann, Leiter des Gesundheitsamts Mainz-Bingen. Kita- beziehungsweise Grundschulkinder würden wiederum ihre Familienangehörigen anstecken, da eine räumliche Trennung durch die Fürsorge zu Hause meist nicht eingehalten werden könne.

So ist die Lage in Altenheimen

In der Stadt Mainz sind drei Altenheime sowie eine Wohngemeinschaft für Senioren von Infektionen betroffen. Das Gesundheitsamt hatte hier fast zeitgleich Fälle bei Bewohnern und Mitarbeitern der Einrichtungen beobachten können. Nach aktuellem Stand sind im Laubenheimer Altenheim 13 Bewohner und fünf Mitarbeiter infiziert. Für die Infizierten gibt es eine Zimmerquarantäne, das allgemeine Besuchsverbot wird nun auslaufen.

Im Altenheim in der Innenstadt sind drei Bewohner sowie zwei Mitarbeiter infiziert. Auch hier wurden das Besuchsverbot sowie der Aufnahmestopp in der entsprechenden Station mittlerweile aufgehoben. Zwischenzeitlich hinzugekommen ist ein weiteres städtisches Altenheim – hier ist bislang ein Bewohner infiziert, weitere Testungen von Personen des Wohnbereichs wurden veranlasst. Darüber hinaus sind in der betroffenen Wohngemeinschaft insgesamt sechs Fälle bekannt, davon vier Bewohner und zwei Mitarbeiter. Hier besteht bis auf Weiteres ein Besuchsverbot. Zudem ist im Landkreis Mainz-Bingen inzwischen eine teilstationäre Einrichtung betroffen. Hier haben sich fünf Besucher sowie drei Betreuer infiziert. Diese Einrichtung ist vorerst geschlossen.

Nach wie vor seien aber in den Senioreneinrichtungen eher milde Verläufe zu beobachten – mit Ausnahme einer Person, die auf einer Intensivstation behandelt werde. „Das zeigt den positiven Einfluss der Impfung auf den Krankheitsverlauf. Wichtig ist deshalb – soweit noch nicht erfolgt – die Drittimpfung bei Bewohnern und Personal, auch sollte rechtzeitig gegen Influenza geimpft werden“, sagt der zuständige Kreisbeigeordnete Erwin Malkmus.

„Natürlich sollten auch die bisherigen Konzepte mit erhöhten Anforderungen an die Hygiene in den Einrichtungen beibehalten werden und jeder Verdachtsfall bedarf einer schnellen Abklärung“, so Dr. Dietmar Hoffmann. Das Gesundheitsamt steht weiterhin in engem Kontakt zu den Einrichtungen.

Neuinfektionen in allen Altersgruppen

Insgesamt lägen der Landkreis Mainz-Bingen und die Stadt Mainz bei der Corona-Inzidenz leicht unter dem Landesdurchschnitt. Trotzdem seien auch hier in den vergangenen Wochen deutliche Anstiege zu erkennen gewesen. Dabei verzeichne das Gesundheitsamt Neuinfektionen über alle Altersgruppen hinweg. Hoffmann rechnet damit, dass die Zahl der Neuinfektionen weiter steigen wird, was wiederum die Kontaktnachverfolgung erschweren würde.

Insgesamt stellt das Gesundheitsamt ein eher „diffuses Infektionsgeschehen“ fest. „Es handelt sich um ein multifaktorielles Geschehen. Das heißt, viele verschiedene Faktoren führen zu einem Anstieg der Inzidenz“, sagt Hoffmann. Dieses Geschehen sei unter anderem dadurch zu erklären, dass sich die Menschen bedingt durch die kältere Jahreszeit wieder mehr in Innenräumen aufhalten würden. Möglicherweise spiele aber auch eine gewisse Nachlässigkeit oder Müdigkeit bei der Einhaltung der Hygieneregeln eine Rolle.

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