Mainzer Hähnchen-Imbiss erhebt Vorwürfe gegen Franchise-Geber

Auf dem Kaufland-Parkplatz in Mombach gibt es keinen Grillhähnchen-Imbiss mehr. Der Grund: Streit mit dem Franchisegeber. Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück.

Mainzer Hähnchen-Imbiss erhebt Vorwürfe gegen Franchise-Geber

Wer sich zuletzt auf dem Kaufland-Parkplatz in Mainz-Mombach ein Grillhähnchen holen wollte, wurde enttäuscht. Denn den Imbisswagen gibt es dort nicht mehr. Wie der Inhaber gegenüber Merkurist mitteilt, hat der Standortwechsel einen ernsten Hintergrund.

Inhaber beendet Zusammenarbeit

Grund für den Umzug ist das Ende der Zusammenarbeit mit einem Franchise-Unternehmen. Das teilt Inhaber Abdulmenef Duran mit. Laut eigenen Angaben kämpft er mit Schulden und starker psychischer Belastung. „Wir haben trotz eines 15-jährigen Vertrags die Kündigung unseres Standorts, für den wir 120.000 Euro gezahlt haben, in Kauf genommen. Dabei haben wir auf die Rückerstattung jeglicher investierter Beträge verzichtet“, so der Inhaber des Imbisswagens.

Die Entscheidung, den Vertrag zu kündigen, sei ihm nicht leichtgefallen. Als Gründe nennt Duran vertragliche Konditionen und Qualitätsvorgaben des Franchisegebers. Es gebe die Verpflichtung, Waren ausschließlich über bestimmte Lieferanten zu beziehen sowie deutliche Preissteigerungen nach Vertragsabschluss.

Franchise-Unternehmen weist Vorwürfe zurück

Auf Anfrage von Merkurist hat sich der Franchise-Geber über eine Anwaltskanzlei geäußert. In einem Schreiben weist der Anwalt die Vorwürfe von Qualitätsmängeln und unfairen Vertragsbedingungen „in dieser Pauschalität“ zurück. Das Franchisesystem basiere auf vertraglich klar geregelten Rechten und Pflichten. „Anpassungen von Konditionen und Rahmenbedingungen erfolgen nicht willkürlich, sondern – soweit vorgesehen – auf vertraglicher Grundlage und unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen“, lässt das Unternehmen in der Stellungnahme mitteilen.

Eine „unzulässige Druckausübung“ auf Franchisenehmer finde nicht statt, heißt es weiter. Vorgaben zu Lieferanten, Qualität und Systemstandards seien in der Branche üblich und dienten dazu, einen einheitlichen Markenauftritt zu sichern. Zu einzelnen Vertragsverhältnissen oder internen Abläufen wolle man sich aus Gründen der Vertraulichkeit nicht äußern.

Das Unternehmen, das laut dem eigenen Instagram-Profil bundesweit 20 Imbiss-Standorte betreibt, stellte sich auf seiner Internetseite als „Fullservice-Anbieter für die Belieferung“ mit „fertigem Konzept“ vor. Seit letzter Woche erscheint auf der Seite des Franchise-Gebers der Hinweis, dass die „Webseite derzeit überarbeitet“ werde. Zum ursprünglichen Internet-Auftritt erklärt Durans Anwalt: „Das Geschäftsmodell wurde als einfacher Einstieg in die Selbstständigkeit beworben, weshalb viele ihr gesamtes Erspartes investierten oder Kredite aufnahmen.“

Neuer Standort für Hähnchen-Imbiss

Laut Duran sei er nicht der einzige Franchisenehmer, der das System verlassen hat – in einigen Fällen liefen bereits rechtliche Auseinandersetzungen. Es sei ihm wichtig, offen über die Hintergründe zu sprechen. Für Kunden hingegen gebe es eine gute Nachricht – der Hähnchen-Imbiss hat wieder geöffnet.

Der neue Standort des Imbisses befindet sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite, neben dem Aldi-Markt in der Rheinallee 203. Der Betrieb laufe dort bereits wieder zu den gewohnten Öffnungszeiten von 10 bis 20 Uhr. Für die Kundschaft soll sich nichts ändern. „Wir verkaufen die gleiche Ware und haben die gleichen Preise. Wir haben nichts geändert“, verspricht Duran.