Initiative kämpft mit Petition um Erhalt des Palatin-Kinos

Initiatoren wenden sich an Stadtpolitik und Gebäudeeigentümer

Initiative kämpft mit Petition um Erhalt des Palatin-Kinos

Eine Initiative aus Mainzer Filmwissenschaftlern, Filmschaffenden und Kino-Freunden kämpft mit einer Onlinepetition für den Erhalt der Mainzer Programmkinos Palatin und Capitol. Das Gebäude in der Hinteren Bleiche, in dem sich das Palatin befindet, wurde verkauft (wir berichteten). Die Pachtverträge der Kinos laufen bereits im Frühjahr 2022 aus. Bis heute ist unklar, ob das Gebäude sogar abgerissen wird (wir berichteten).

Auf einer eigenen Webseite erklären die Mitglieder der Initiative „Mainz für Kino“ die Beweggründe ihrer am Donnerstag (26. August) gestarteten Petition. Unter anderem heißt es: „Das Schicksal des Mainzer Palatin mit seinen vier Sälen, gerade erst frisch innen renoviert, hängt am seidenen Faden. Und damit nicht genug: Sollte tatsächlich das Palatin über den im April 2022 auslaufenden Pachtvertrag keine Zukunft haben, so wird das angegliederte Capitol mit seiner knapp 90-jährigen Geschichte und der in Mainzer Kinos inzwischen einzigartigen, historischen Galerie ebenfalls vor dem Aus stehen.“

Forderungen an Stadtpolitik und Gebäudeeigentümer

Daher fordere man den neuen Gebäudeeigentümer Fischer&Co und dessen Geschäftsführer Frank Röhr auf, dem Palatin „eine planbare Zukunft in Aussicht zu stellen“. Zudem wenden sich die Initiatoren der Petition an den Mainzer Stadtrat, an Bau- und Kulturdezernentin Marianne Grosse (SPD) sowie Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD). Man solle sich nun „klar für den Erhalt des Kinos positionieren“, so die Forderung. Zudem sollten die Weichen gestellt werden, den Erhalt des Kinos zu sichern. Für die Mitglieder der Initiative steht fest: „Eine Landeshauptstadt ohne Programmkino ist eine kulturelle Bankrotterklärung, erst recht für die selbsternannte ‘Medienstadt’ Mainz!“

Auch der Mainzer Verein „FILMZ“ hat sich zum Thema geäußert, er organisiert das gleichnamige Film-Festival in Mainz. Wie der Verein mitteilt, habe die Schließung des Prinzess & Residenz-Filmtheaters 2017 die Mainzer Kinolandschaft bereits empfindlich getroffen. Würde das Palatin und das Capitol ebenfalls schließen müssen, würde in der Mainzer Kulturlandschaft eine Wunde klaffen. Auch deshalb, weil es in Mainz einst 14 Kinos gab. Der Verein erklärt weiter: „Wir appellieren darum an alle Beteiligten, langfristig klare Verhältnisse zu schaffen. FILMZ unterstützt den Fortbestand von Capitol und Palatin und kann sich ein Filmfestival ohne die beiden nicht vorstellen. Ohne Capitol und Palatin, ohne uns!“

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