„Obermessdiener“ sorgt für besonderen Moment bei TV-Sitzung

Publikum stimmt „Oh, wie ist das schön“ an

„Obermessdiener“ sorgt für besonderen Moment bei TV-Sitzung

Fast sechs Millionen Zuschauer hatte „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“ am Freitagabend in der ARD. Fast vier Stunden dauerte die Show, bei der vor allem „Obermessdiener“ Andreas Schmitt, der auch Sitzungspräsident der Sendung war, für einen besonderen Moment sorgte. Mehrmals im Stehen applaudierten die Gäste im Saal und würdigten so Schmitts Beitrag in der Bütt. Dabei ging der „Obermessdiener“ auf ganz unterschiedliche Themen ein.

Klare Kante im Missbrauchsskandal

Unter anderem teilte er kräftig gegen die AfD und ihre Vertreter aus. So wurde beispielsweise der rheinland-pfälzische Bundestagsabgeordnete Sebastian Münzenmaier zu seiner Zielscheibe: „Dumme Schläger, faule Eier, im Land bekannt als ‘Münzenmaier’.“ Auch die AfD-Bundespolitikerin Alice Weidel ließ Schmitt in seinem Vortrag nicht aus. „Alice Weidelsche es ist gewiss steckt jetzt tief im Spendenschiss. Jetzt steckt sie den Kopp ganz fest in den Sand. Doch wer den Kopp in den Sand steckt, muss eines verstehen, der Arsch bleibt immer noch deutlich zu sehen.“ Nach diesen Reimen spendete das Saal-Publikum zum ersten Mal „Standing Ovations“.

Danach ging der „Obermessdiener“ auf den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche ein und verurteilte das Verhalten diverser Priester aufs Schärfste: „Packt die Kerl’ am Schlafittchen und ab damit ins Kittchen“. Dann forderte er Reformen in der Kirche. „Erneuert die Kirche und ehrt seinen (Gott) Namen. Gelobt sei Jesus Christus in Ewigkeit, Amen.“ Da stand das Publikum erneut auf und klatschte laut Beifall.

„Oh, wie ist das schön!“

Dann widmete sich der „Obermessdiener“ dem Thema Toleranz, das nicht nur eine Einbahnstraße sein soll. „Doch gilt für alle hüben wie drüben, wer Toleranz will, muss Toleranz üben.“ Dabei kritisierte er, dass beispielsweise der Martinszug in Laternenwanderung umbenannt werden soll, damit dies nicht für muslimische Kinder befremdlich wirkt. Dann legte er nach: „Wir sollten nur einmal uns trauen, in Mekka eine Kirche aufzubauen.“ Auch dass Weihnachtsmärkte wohl bald „Winter-Open-Airs“ heißen könnten, fand der „Obermessdiener“ abwegig. „Hört endlich uff mit dem Gedöns, der Dom bleibt der Dom und Meenz bleibt Meenz.“

Daraufhin stand das Publikum im Saal erneut auf und sang sogar „Oh, wie ist das schön! Sowas hat man lange nicht gesehen, so schön, so schön.“ Zum Schluss seines Vortrags ging der „Obermessdiener“ noch auf seinen ehemaligen Bischof Karl Kardinal Lehmann ein, der im vergangenen Jahr verstarb. „Halt im Himmel über Mainz die Wacht und gib auf unseren Bischof Kohlgraf Acht. Er wird immer besser von Woche zu Woch, nur an den elf Sauergespritzten täglich, da arbeite ma noch.“ Das Saal-Publikum fand Schmitts Vortrag so besonders, dass es noch einmal „Oh, wie ist das schön!“ anstimmte.

Positive Reaktion auf Twitter

Auch auf Twitter kam der Auftritt des „Obermessdieners“ gut an. So schrieb User Georg: „Schmitt hat es in Mainz wieder einmal in jedem Punkt seiner herrlich kraftvollen Büttenrede auf den Punkt getroffen.“ Nutzer Mike schrieb: „Der Obermessdiener - tiefe Verbeugung und großer Respekt!“. Und Markus kommentierte: „Mega-Auftritt vom Obermessdiener Andreas Schmitt. Das war Karneval mit allen Facetten, bin begeistert!“ Bei Facebook kommentierte beispielsweise Nutzer Alexander: „Unser Obermessdiener, großartig!“.

Einmal musste Schmitt aber dann doch Hohn ertragen - und das sogar in der Show selbst, als „Moguntia“ (Johannes Bersch) sich über Schmitts Leibesfülle lustig machte. So erzählte „Muguntia“, dass ein kleiner Junge ständig hinter dem Obermessdiener hinterhergelaufen sei, bis sich der irgendwann einmal umgedreht und gefragt hat, was das soll. „Ja, das ist halt der schattigste Platz von Meenz“, so das Kind.

Aber auch gegen den Wiesbadener Oberbürgermeister Sven Gerich, der nicht zur Show kam, und seinen Mainzer Kollegen Michael Ebling teilte „Moguntia“ aus. Dabei spielte sie auf ein Weihnachtsessen an, das auf Kosten der Stadt Wiesbaden abgerechnet wurde (wir berichteten). „Das Gerich nicht das ist, ist ein Vorteil für unseren Oberbürgermeister Ebling, da gibts kein Durcheinander beim Bezahlen.“

Sitzungspräsident Schmitt lobte „Moguntia“ für ihren Vortrag und sprach von einer „Glanzleistung“. Und auch das Publikum im Saal war wieder begeistert, das auch hier „Oh, wie ist das schön“ anstimmte.

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