Rekordniederlage und Zensurvorwürfe: Das bleibt vom Spiel gegen Leipzig

0:8 - so lautete das Ergebnis der Bundesliga-Partie zwischen Mainz 05 und RB Leipzig. Was bleibt abseits des Spielergebnisses von diesem Tag hängen? Merkurist zieht Bilanz.

Rekordniederlage und Zensurvorwürfe: Das bleibt vom Spiel gegen Leipzig

Es war ein bitterer 10. Spieltag für Mainz 05: Die Mannschaft von Sandro Schwarz unterlag den Gastgebern aus Leipzig mit 0:8 (wir berichteten) - eine Rekordniederlage für die 05er. Wie Fans und Spieler darauf reagieren und was sonst von diesem Spiel übrig bleibt, lest Ihr hier.

Das Ergebnis in Leipzig war die höchste Niederlage in der Vereinsgeschichte der Mainzer. Die bislang höchste Niederlage fuhren die 05er am 11. Juni 1989 ein. Damals spielten sie noch in der Zweiten Bundesliga. Die Partie gegen den SV Darmstadt verloren sie mit 0:7. Die bislang höchste Bundesliga-Niederlage gab es am 17. März 2019 gegen Bayern München. Damals verloren die 05er mit 0:6. Für Leipzig war das Ergebnis am Samstag hingegen der bislang höchste Bundesliga-Sieg seit dem Spiel gegen Nürnberg am 7. Oktober 2018. Damals gewann die Mannschaft 6:0. Es ist zudem der höchste Sieg in der Vereinsgeschichte.

So reagieren Verantwortliche und Fans

Trainer Sandro Schwarz zeigt sich nach dem Spiel zerknirscht: „Wir haben alle gesehen, dass wir heute viele einfache Ballverluste hatten, die Leipzig in die Karten gespielt haben. Wir hatten keinen Zugriff und die Haltung, die Tore mit letzter Konsequenz zu verteidigen, hat heute gefehlt.“ Sportchef Rouven Schröder macht hingegen gegenüber dem Fernsehsender Sport 1 klar: „Nach dieser Leistung muss sich die Mannschaft hinterfragen. Unser Trainer steht nicht zur Debatte.“

Auch in den sozialen Medien äußern sich viele Anhänger. Ein Twitter-Nutzer schreibt: „Einziger Trost: Bald spielen wir wieder gegen Kaiserslautern. Am Betze, das hat immer Spaß gemacht.“ Ein weiterer meint: „Wir haben es halt einfach nicht geschafft, die Trainingsleistung auf den Platz zu bringen. Altbekanntes Problem. Also hört auf, alles schlecht zu reden.“ Und eine Nutzerin fragt: „Können wir das Spiel nicht einfach totschweigen? Es tat doch schon weh genug.“ Auf Facebook schreibt ein User: „Er würde Größe zeigen, wenn er selbst zurücktreten würde. Man kann natürlich in Leipzig verlieren, aber bei einem 8:0 erreicht der Trainer die Mannschaft nicht mehr und sie spielt gegen ihren Trainer.“ Und: „Der Untergang der Titanic war ja schon schlimm aber das hier war eine Katastrophe.“

Zensurvorwürfe

Doch auch auf den Rängen in der Red-Bull-Arena schien nicht alles rund zu laufen. Wie die 05-Fanabteilung in einem Facebook-Post berichtet, durften die Anhänger ein kritisches Banner nicht mit in den Block nehmen. Das hatten laut dem Post die Verantwortlichen in Leipzig so entschieden, weswegen viele Fans erst einmal draußen warteten. „Wer jetzt glaubt, dass es sicher etwas gegen den Brausehersteller war, liegt falsch. Es ging lediglich um die Aussage ‘Videobeweis abschaffen’“, so die Fanabteilung.

Eine derartige Zensur halte man für äußerst bedenklich. Wir setzen uns selbstverständlich für einen respektvollen Umgang miteinander ein, gerade wenn es um den Austausch kritischer Meinungen angeht.“ Es gehöre aber auch dazu, dass man solche Meinungsäußerungen respektiert und aushält. „Wir hoffen, dass man sich daran erinnert, wie es vor 30 Jahren dort noch um freie Meinung bestellt war und dass man froh sein muss, heute eben auch Kritik frei äußern zu können. Zensur kann nie der richtige Weg sein!“ Man stehe im Austausch mit der Fanbetreuung in Leipzig. Die Vereine und der DFB haben sich bislang noch nicht zu dem Vorfall geäußert. (nl)

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