Neu-Trainer Lichte: So will er die 05er wieder in die Spur kriegen

Am Dienstag hat Mainz 05 Neu-Trainer Jan-Moritz Lichte vorgestellt. Wie der 40-Jährige tickt und wie er die Mannschaft auf Kurs bringen will, verriet er während einer Pressekonferenz.

Neu-Trainer Lichte: So will er die 05er wieder in die Spur kriegen

Am Tag nach dem großen Knall am Mainzer Bruchweg ist zumindest ein bisschen Lockerheit zurück. Rund 24 Stunden zuvor hatte sich der FSV Mainz 05 von Trainer Achim Beierlorzer getrennt - nach nur zwei Bundesligaspieltagen (wir berichteten). Jan-Moritz Lichte - zuvor Assistent von Beierlorzer und dessen Vorgänger Sandro Schwarz - ist nun der neue Trainer. Wie lange, das ließ der Verein bewusst offen. Sollte er Erfolg haben, könnte Lichte zur Dauerlösung werden.

Aber zurück zur Lockerheit: Nach seiner ersten Trainingseinheit mit der Mannschaft saß Jan-Moritz Lichte im Presseraum der Opel Arena und wartete auf die Fragen der Journalisten, die digital hinzugeschaltet wurden. Doch als Pressesprecherin Silke Bannick das Wort an die Reporter übergab, war einige Sekunden nichts zu hören. Lichte brach das Eis: „Wir haben einfach stumm geschaltet, damit wir nicht die ganzen Fragen beantworten müssen“, scherzte der 40-Jährige trocken drauf los und setzte sofort ein breites Grinsen auf.

Lichte nimmt Mannschaft in die Pflicht

Doch ganz so locker wie zu Beginn gab sich Lichte während der Pressekonferenz nicht immer. Er wisse um die Schwere der Aufgabe, vertraue aber auch seinem Trainerteam. Nach einer turbulenten Woche mit einem Trainingsstreik der Profis, die sich mit dem aussortierten Stürmer Adam Szalai solidarisiert hatten (wir berichteten), gilt die Mannschaft des FSV als aufmüpfig. Lichte sieht das offenbar auch so, sagte dazu befragt: „Das hat sich die Mannschaft selbst zuzuschreiben, dass sie jetzt als schwierig gilt […] Wir wollen schon eine Mannschaft, die gewillt ist, jeden Tag auf den Platz zu gehen.“

Über sich als Person mochte Lichte gar nicht so richtig sprechen: „Es ist immer schöner, wenn das andere beantworten. Ich glaube, ich bin ein ganz netter Kerl, mit mir kann man ganz gut umgehen. Und wenn andere das auch über mich sagen, dann bin ich eigentlich sehr zufrieden. Dann habe ich viel richtig gemacht im Umgang mit anderen.“ Ruhig und besonnen, so wirkte Lichte am Dienstagmittag. Lange Antworten gab der Neu-Bundesligatrainer nicht gerade, ansonsten zeige er sich demütig. „Ich habe schon früh für mich gesagt: Wenn ich es irgendwann schaffe, mit der Vita die ich habe, mit Fußball meinen Lebensunterhalt zu verdienen, dann ist das für mich ein Traum.“ Auch deshalb sagt Lichte: „Der Co-Trainer-Posten hat tolle Aufgabenfelder, man kann auch vieles einbringen und ich habe es immer gerne gemacht.“ Nun sei er in einer anderen Rolle, müsse andere Charaktereigenschaften zeigen.

Am Freitag gegen Union Berlin

Nun aber heißt die Gegenwart für Jan-Moritz Lichte: Bundesliga-Cheftrainer. Und diese Aufgabe beginnt bereits am Freitag mit einem kniffligen Auswärtsspiel bei Union Berlin. Wie also will der neue Trainer seine Mannschaft nach der 1:4-Klatsche gegen den Aufsteiger VfB Stuttgart wieder auf Kurs bringen? „Ich glaube, wir müssen es schaffen, weniger Gegentore zu bekommen. Wenn wir im Schnitt so viele Gegentore bekommen, wie es in den vergangenen Jahren der Fall war, dann werden wir wenig Spiele gewinnen.“ Und genau deshalb liege sein Augenmerk nun auf einer besseren Defensiv-Struktur, so Lichte.

Auch Sportvorstand Rouven Schröder äußerte sich auf der Pressekonferenz zum aktuellen Geschehen. Er gibt sich trotz massiver Kritik von Fans und Presse weiter kämpferisch: „Ich habe mich immer in den Wind gestellt und ich habe mich immer vor den Verein gestellt, mit allem was ich habe und das werde ich auch weiterhin tun. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass ich mit dem gesamten Verein das Ruder rumreißen kann.“ Kritik, so Schröder weiter, gehöre dazu, bringe ihn aber nicht von seiner Arbeit ab. „Wichtig ist: Für den Verein zu arbeiten, für Jan-Moritz da zu sein, an die Mannschaft ranzurücken, mit ihr das Ruder rumzureißen, die Gemeinschaft zu leben und das mit meinen Werten.“

Hier könnt Ihr Euch die gesamte Pressekonferenz ansehen:

(mo)

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