Mainz-Trainer Lichte führt emotionale Fan-Diskussion nach Abpfiff

Die neue Saison startet für Mainz 05 schlecht. Nach der vierten Niederlage im vierten Saisonspiel am Samstag sahen einige Mainzer Fans Redebedarf. So kam es nach Spielschluss zu einer Diskussion zwischen Fans und Trainer Jan-Moritz Lichte.

Mainz-Trainer Lichte führt emotionale Fan-Diskussion nach Abpfiff

Auch im zweiten Spiel unter Neu-Trainer Jan-Moritz Lichte blieb der FSV Mainz 05 am Samstagnachmittag ohne Tor - und ohne Punkt (wir berichteten). Nach der 0:1-Niederlage gegen Bayer Leverkusen stehen die 05er nach vier Saisonspielen punktlos am Tabellenende. Doch gegen Bayer 04 zeigte sich Mainz 05 im Vergleich zu den vorherigen Spielen durchaus verbessert: Wille und Kampfbereitschaft waren Lichtes Mannschaft nicht abzusprechen. Das Offensivspiel allerdings ließ zu wünschen übrig, Torgefahr strahlte Lichtes Team zu selten aus.

Nach Spielschluss honorierte ein Großteil der 250 Zuschauer in der Opel Arena den Auftritt der Mainzer mit Beifall. Einige Fans allerdings hatten Redebedarf und so entwickelte sich nach Spielschluss eine emotionale Diskussion zwischen Trainer Lichte und einer kleinen Gruppe Fans. Gestikulierend lieferten sich Trainer und Anhänger einen Meinungsaustausch zwischen Tribüne und Rasen.

Klärungsbedarf gesehen

Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel erklärte Lichte besonnen: „Ich glaube, das war ein Meinungsaustausch. Ich bin froh, dass 250 Fans kommen durften und dann gibt es manchmal eine Meinungsverschiedenheit.“ Noch als Assistent seines Trainervorgängers Achim Beierlorzer hatte Lichte im Anschluss an die 1:4-Klatsche gegen den VfB Stuttgart Ende September das Gespräch mit den Fans gesucht. Nun sagt er: „Mir war heute danach, das irgendwo zu klären und das Gefühl zu vermitteln: Wir müssen es gemeinsam schaffen.“ Beleidigungen oder Beschimpfungen habe es von Fan-Seite aus nicht gegeben.

„Ich weiß, die Situation ist gesellschaftlich gesehen schwierig, wenn ich einen Fehler gemacht haben sollte, tut es mir Leid.“ - Jan-Moritz Lichte

Die meisten Fans in der Arena seien nach Lichtes Einschätzung der Meinung gewesen, dass die Mainzer Mannschaft gegen Bayer Leverkusen alles gegeben habe. „Das hat man glaube ich sehen können und das wollte ich mit ein oder zwei Fans nochmal genauer besprechen.“ Nicht alle Fans trugen während der lautstarken Diskussion einen Mundschutz, Jan-Moritz Lichte auch nicht. Darauf angesprochen sagte der Trainer nach dem Spiel: „Es ist in der Emotion schwierig für mich darauf zu achten, wer eine Maske an hat und wer nicht.“ In Bezug auf sich selbst ergänzte er: „Ich weiß, die Situation ist gesellschaftlich gesehen schwierig, wenn ich einen Fehler gemacht haben sollte, tut es mir Leid.“

Hauptkritikpunkt der Fans war offenbar, dass sich die Mainzer Mannschaft wie schon in Lichtes erstem Spiel bei Union Berlin (0:4) keine richtigen Torchancen erarbeiten konnte. „Ich glaube, wir hatten gute Ausgangssituationen. Wir haben Leverkusen das ein oder andere Mal dazu gezwungen, dass sie sich im Strafraum dazwischen werfen mussten. Wenn du mal Glück hast und der Gegner den Ball nicht blocken kann, dann machst du den Ball auch mal rein“, ordnete Lichte die Kritik ein. „Ich glaube, dass wir uns nach einem solchen Spiel gemeinsam pushen müssen und der Mannschaft das Gefühl geben sollten: Wir honorieren, dass Ihr alles gegeben habt.“ (js)

Hier könnt Ihr Euch die gesamte Pressekonferenz nach dem Leverkusen-Spiel ansehen:

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