Gefälschte Schnelltests in Mainz im Umlauf

Zuletzt tauchten in Mainz immer wieder gefälschte Tests mit dem immer gleichen Logo auf. Was es damit auf sich hat.

Gefälschte Schnelltests in Mainz im Umlauf

Wer derzeit in Mainz ins Kino, ins Theater oder in die Gastronomie gehen will, muss geimpft sein und braucht zusätzlich einen negativen Schnelltest („2Gplus“). Es sei denn, er oder sie hat eine zusätzliche Booster-Impfung erhalten. Seit November ist der Bürgertest wieder kostenlos – und dennoch scheinen einige keine Lust darauf zu haben.

So wurden nach Merkurist-Informationen zuletzt unter anderem in einem Mainzer Kino mehrere falsche Schnelltest-Nachweise entdeckt. Mitarbeiter des Kinos fischten die Personen bei der Einlasskontrolle raus und informierten die Polizei. Was die gefälschten Tests gemeinsam haben: Auf allen war das Logo der „M1“-Schönheitsklinik zu sehen, die unter anderem in Wiesbaden sitzt. Doch warum?

„Der Umstand ist uns bekannt“

M1-Geschäftsführer Walter von Horstig teilt auf Merkurist-Anfrage mit: „Der Umstand, dass gefälschte Testbescheide der M1 im Umlauf sind, ist uns bekannt. Hier wurde vor einigen Monaten rechtswidrig der Scan einer Testbescheinigung der M1 digitalisiert und im Internet veröffentlicht.“ Als man davon erfahren habe, sei sofort das Design der Bescheinigungen geändert worden, um die Fälschungen identifizierbar zu machen. Die M1 biete derzeit Corona-Schnelltests und PCR-Tests in einer Teststation in Berlin-Köpenick sowie bei einigen ausgewählten Unternehmenskunden an.

Die falschen Tests sind also nicht nur in Mainz und Wiesbaden im Umlauf. Von Horstig sagt: „Wann immer uns über rechtswidrig gefälschte Testbescheinigungen Mitteilung gegeben wird, weisen wir darauf hin, dass hier lokal bei der zuständigen Polizeibehörde Anzeige erstattet werden kann und sollte.“

So erkennt man gefälschte Tests

Laut Polizei Mainz ist die Anzahl gefälschter Corona-Tests in Mainz bisher „äußerst gering“. Doch die Fälschungen zu erkennen, sei nicht leicht. „Digitale Testzertifikate können in der Regel mit der CovPassCheck-App geprüft werden“, so ein Sprecher. „Nach dem Scan wird der Zeitpunkt der Probenentnahme angezeigt. Dies führt dazu, dass weder alte noch gefälschte Zertifikate verwendet werden können.“ Sowohl bei handschriftlichen Nachweisen als auch bei PDF-Zertifikaten könnten das Ausstellungsdatum, das Datum und die Uhrzeit der Proebenentnahme, Rechtschreibfehler, die Schriftart und die Schriftgröße Hinweise auf Fälschungen liefern.

Zudem bestehe die Möglichkeit, per Internetrecherche zu überprüfen, ob die angegebene Teststelle noch in Betrieb sei oder überhaupt existiert habe. Der Sprecher rät: „Da die meisten PDF-Zertifikate per E-Mail versendet werden, kann man in diesen Fällen die kontrollierte Person bitten, die Mail vorzuzeigen.“ In allen Fällen sei auch der Abgleich der Personalien ratsam.

Sobald der Verdacht einer Fälschung vorliege, sollte die kontrollierte Person auf Unstimmigkeiten angesprochen werden. „Sofern sich der Verdacht nicht zweifelsfrei entkräften lässt, sollte die Polizei gerufen werden“, so der Sprecher. „Unter Beachtung der Verhältnismäßigkeit und der eigenen Sicherheit sollte gewährleistet werden, dass die kontrollierte Person den Ort nicht verlässt, bevor die Polizei eingetroffen ist.“ Gegen die Person, die einen gefälschten Corona-Test vorzeigt, werde dann ein Strafverfahren eingeleitet. „Natürlich stellt auch das Herstellen der Fälschung eine Straftat dar.“

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