Wer kommt als Nachfolger für Karstadt?

Seit zwei Wochen hat das Karstadt-Kaufhaus auf der Ludwigsstraße geschlossen. Vorerst gibt es eine Interimslösung für das Areal. Doch wer kommt nun als langfristiger Nachmieter? Wie es derzeit aussieht.

Wer kommt als Nachfolger für Karstadt?

Ein Paukenschlag erschütterte Mitte Juni den Mainzer Einzelhandel: Ausgerechnet der als „Ankermieter“ für die Neugestaltung der Ludwigsstraße (LU) vorgesehene „Karstadt“ gibt auf. Inzwischen ist die Filiale auf der LU geschlossen (wir berichteten). Aktuell gibt es auch schon ein Konzept für die Interimsnutzung des Areals: Auf der leerstehenden Fläche sollen vorerst Pop-up-Stores entstehen (wir berichteten). Doch welches Unternehmen wird sich dort dann langfristig niederlassen? Das will auch Leser Manuel wissen. Er fragt nun: „Wer kommt als Nachfolger für Karstadt? Primark, Ikea, Decathlon?“

Primark?

Die irische Mode-Kette Primark ist vor allem dafür bekannt, dass sie Kleidung zu Tiefstpreisen anbietet. Das lockt vor allem jüngere Kunden in die „Stores“. In Rheinland-Pfalz gibt es bisher einen Laden in Kaiserslautern. In unmittelbarer Nähe zu Mainz befinden sich noch zwei Geschäfte in Frankfurt und eins in Weiterstadt. Laut George Weston, Vorstandschef des Primark-Mutterkonzerns AB Foods, ist jede deutsche Stadt ab rund 200.000 Einwohnern für den Konzern interessant. Dieses Kriterium würde Mainz also erfüllen.

Ob sich das Unternehmen aber tatsächlich in der Ludwigsstraße ansiedeln würde, ist nicht zu sagen. Jedenfalls lässt sich die Modekette bei der Auswahl ihrer Standorte nicht in die Karten schauen. Denn schon vor zwei Jahren sagte ein Unternehmenssprecher dazu auf Merkurist-Anfrage: „Da ‘Primark’ zu einem börsennotierten Unternehmen gehört, äußern wir uns nicht zu Spekulationen rund um Store Openings.“

Ikea?

Der schwedische Möbel-Gigant Ikea gab unlängst bekannt, dass er vermehrt auf Filialen in größeren Städten und Metropolregionen setzen will. Bereits seit 2014 gibt es einen sogenannten City-Store in Hamburg-Altona. In Rheinland-Pfalz befinden sich derzeit nur Häuser in Koblenz und Kaiserslautern. Die von Mainz aus nächste Ikea-Filiale liegt an der Autobahn im hessischen Wallau. Hinzu kommen die Häuser in Frankfurt und Hanau. Gegen einen Ikea-City-Store im ehemaligen Karstadt würde zumindest nicht das Mainzer Zentrenkonzept sprechen. „Gemäß Zentrenkonzept wäre dort ein Ikea grundsätzlich zulässig“, sagte Stadt-Pressesprecher Marc André Glöckner bereits 2018 gegenüber Merkurist.

Damals teilte Ikea auf Anfrage mit, dass man „grundsätzlich das Potenzial für ein weiteres Einrichtungshaus in zentraler Lage im Rhein-Main-Gebiet“ sehe. Zuletzt betonte eine Unternehmens-Sprecherin gegenüber Merkurist noch einmal, dass Ikea nach wie vor in die Metropolregionen wie das Rhein-Main-Gebiet wolle. Man könne aber noch nicht sagen: „Eröffnen wir in Mainz? Wiesbaden? Oder Frankfurt? Das kann noch dauern.“

Decathlon?

Die Sportartikel-Kette Decathlon hatte jahrelang versucht, eine Filiale im Wirtschaftspark Mainz-Hechtsheim zu eröffnen. Allerdings konnte man sich nicht mit der Stadt Mainz einigen - auch wegen des Zentrenkonzepts. Die Stadt Mainz bot Decathlon allerdings 2016 auch eine Fläche in der Innenstadt an: das Alte Postlager. Decathlon lehnte aber wegen der zu geringen Fläche ab - und eröffnete kurz darauf einen Laden in Wiesbaden. Außerdem ist das Unternehmen in Wallau und Bad Kreuznach mit je einer Filiale vertreten.

Ob Decathlon in Zukunft nun einen Standort in Mainz eröffnen wird, daran zweifelt auch Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz (CDU), wie sie in einem Merkurist-Interview im März dieses Jahres sagte: „Die Analyse zeigt klar, dass es bei Sportartikeln in Mainz noch Luft nach oben gibt. Ob aber Decathlon überhaupt noch nach Mainz will? Daran habe ich gewisse Zweifel.“

Was Sache ist

Doch wie geht es nun konkret weiter mit dem Karstadt-Areal? Zuständig dafür ist Boulevard Lu GmbH & Co. KG. Wie eine Sprecherin gegenüber Merkurist sagt, habe die Boulevard Lu GmbH für die Neugestaltung des Einkaufsquartiers Ludwigsstraße, das sich von der Fuststraße über das Karstadt-Areal bis zum Deutsche-Bank-Gebäude an der Weißliliengasse zieht, ein Nutzungskonzept vorgelegt. „Geplant ist ein erlebnisorientierter Mix aus Einzelhandel, Gastronomie und Kultur, ergänzt um ein Hotel, Büros und Wohnen.“

Das Ziel sei, die Ludwigsstraße wieder zum pulsierenden Anziehungspunkt in der Mainzer Innenstadt zu machen. Welche Händler und Gastronomen sich am Standort ansiedeln werden, ließe sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. „Bevor die Flächen vermietet werden können, muss zunächst erstmal Baurecht geschaffen werden“, so die Sprecherin abschließend. (df)

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