Ein „Bohrturm“ auf der Lu: Protestaktion in Mainz geplant

Fünf Meter hoher, aufblasbarer Bohrturm

Ein „Bohrturm“ auf der Lu: Protestaktion in Mainz geplant

„Wäre hier Gas, Scholz würde bohren“ – so lautet das Motto der Protestaktion, die Greenpeace Mainz/Wiesbaden am Montagnachmittag (16. Oktober) in der Mainzer Ludwigsstraße veranstalten will. Das gibt die Gruppe am Sonntag bekannt.

Ab 14 Uhr wollen die Aktivisten auf Höhe der Ludwigsstraße 8-10 demonstrieren. Sie fordern den Stopp neuer Gasprojekte, die von der deutschen Bundesregierung auf Borkum, Rügen sowie in Australien vorangetrieben werden. Ein etwa fünf Meter hoher, aufblasbarer Bohrturm soll auf den Protest aufmerksam machen.

„Wir fordern von Kanzler Scholz, Deutschland nicht in neue fossile Abhängigkeiten zu bringen. Um die Klimaziele einzuhalten, muss Deutschlands Gasverbrauch ab jetzt stetig abnehmen“, sagt Julia Hehl von Greenpeace Mainz/Wiesbaden. „Die Gas-Deals von Kanzler Scholz mit aller Welt lassen annehmen, dass Scholz auch Gasbohrungen in Mainz zulassen würde.“

Gasförderung in Schutzgebieten

Eine geplante Gasbohrung im Wattenmeer vor Borkum bedrohe unter anderem schützenswerte Lebensräume wie Steinriffe, die Greenpeace vor kurzem entdeckt habe. Für ein geplantes Flüssiggas-Terminal auf Rügen soll eine 50 Kilometer lange Gaspipeline durch vier Meeresschutzgebiete verlegt werden.

Zudem würden deutsche Steuergelder zu Gasprojekten in Australien fließen. Das verstaatlichte Unternehmen Uniper fördert als Hauptabnehmer ein riesiges Gasprojekt des Partnerunternehmens Woodside. Dieses gefährdet Greenpeace zufolge zwölf sensible Meeresschutzgebiete. Das geplante Gebiet befinde sich genau entlang der Wanderrouten mehrerer Walarten, wie Buckelwalen, Zwergblauwalen und Finnwalen.