Neubau Karstadt-Haus: Warum bleibt der „Chinapavillon“ stehen?

Ein „modernes Areal“ soll demnächst da entstehen, wo früher der Karstadt war – mit Geschäften, Gastronomie, Wellness und Kultur. Doch ein altes Haus, das mittendrin steht, bleibt weiterhin bestehen. Was mit dem „Chinapavillon“ geschieht.

Neubau Karstadt-Haus: Warum bleibt der „Chinapavillon“ stehen?

Die Pläne für den Neubau des alten Karstadt-Gebäudes nehmen weiter Gestalt an. Wie bei der Fuststraße Entwicklungs GmbH zu erfahren ist, werden die Gebäude an der Fuststraße bereits entkernt. Im Juli sollen sie dann abgerissen werden. Anschließend beginnt nach und nach der Bau des neuen Lu. Im zweiten Quartal 2025 soll der Komplex komplett fertig sein, so der Plan.

Pop-up-Halle, Gastronomie, Konzertsaal

10.000 Quadratmeter Handelsfläche erwarten die Besucher dann im neuen Haus, außerdem ein 4-Sterne-Hotel, eine Pop-up-Halle, Gastronomie und ein großer Konzertsaal sowie zwei weitere Veranstaltungssäle. Auch das Parkhaus wird mit rund 320 Parkplätzen neu errichtet, inklusive E-Ladestationen und mehreren Hundert Fahrradstellplätzen. Auf dem mit Gräsern und Stauden bepflanzten Dach ist ein Rooftop-Restaurant mit Domblick vorgesehen, eine Bar sowie ein Wellness- und Fitness-Bereich.

Was jedoch verwundert: Ein kleiner Teil, der sich inmitten des Baukomplexes befindet, ist von der Planung gänzlich ausgenommen: Der sogenannte „Chinapavillon“. Von vielen Mainzern wird das Gebäude noch so genannt, weil sich darin lange Zeit ein chinesisches Restaurant befand. Heute sind dort das Eis-Café Dolomiti und der Stadtbalkon untergebracht. Auf diesem Fastnachtsbild von 1977 seht ihr das China-Restaurant im Hintergrund:

In den Bauplänen ist dieses Gebäude mit der Adresse Gutenbergplatz 2 immer grau dargestellt, in der Visualisierung fällt der Pavillon zwischen den schicken Neubauten und neben der Gutenberg-Statue direkt ins Auge. Auch Merkurist-Leser Fred wundert sich: „Neugestaltung Karstadt Areal: Warum bleibt das alte Stadtbalkon-Gebäude bestehen?“ fragt er in einem Snip.

„Nicht Teil der Projektentwicklung“

Der Grund: Das Gebäude ist Eigentum einer Familie, die ihr Haus bisher nicht verkaufen wollte. Was langfristig geplant ist, lässt sich nur schwer sagen. „Dieses Nachbargebäude ist nicht Teil unserer Projektentwicklung“, teilt Pressesprecherin Carolin Grimm im Namen der Fuststraße Entwicklungs GmbH mit. Und dass sich das Unternehmen zu den Plänen des Gebäudes daher nicht äußert.

„Wir möchten aber festhalten, dass wir uns mit den Eigentümern des Gebäudes im guten Austausch befinden.“ Das neue Lu werde demnach so konzipiert, dass „eine Weiterentwicklung hin zum Gutenbergplatz als Option für die Zukunft bestehen bleibt“.

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