Neubau an der Ludwigsstraße: Das sind die Pläne der Stadt

Wie soll der Neubau des ehemaligen Karstadt-Gebäudes aussehen? Was wird erlaubt sein und was nicht? Nach langen Diskussionen stellte die Stadt nun den Bebauungsplanentwurf vor. Mit einigen Überraschungen.

Neubau an der Ludwigsstraße: Das sind die Pläne der Stadt

Es soll keine Shoppingmall werden, „von der man verschluckt wird“, wie Baudezernentin Marianne Grosse (SPD) es formuliert, sondern ein zentraler Anlaufpunkt mitten in der Altstadt, mit vielen verschiedenen Nutzungen: Der Neubau an der Ludwigsstraße wird nach der Vorstellung des Bauträgers, die J. Molitor Immobilien GmbH und die Sparkasse Rhein-Nahe, und der Stadt ein „modernes Areal“, mit Einkaufsmöglichkeiten, Kultur und Gastronomie – in bester Lage zwischen Gutenbergplatz, Bischofsplatz und Ballplatz.

Seit vielen Jahren wird an dem Standort bereits geplant, es gab zahlreiche Ideen und Wettbewerbe, Bürger konnten sich mit einbringen. Nun hat die Stadt ihre Pläne und Vorgaben konkretisiert. Festgeschrieben ist das „Grundkonzept“ im Bebauungsplan, dessen zweite Planstufe die Baudezernentin nun vorgestellt hat.

Historische Portalsituation in Richtung Gutenbergplatz

Ein zentraler Punkt daraus sei aus der Bevölkerung gekommen, den man gerne aufgegriffen habe, so Grosse: Eine Art „Portal“, das einer historischen Portalsituation in Richtung Gutenbergplatz nachempfunden sein soll. Dazu sollen sowohl der „Leuchter-Pavillon“ als auch das Gebäude mit dem WMF-Geschäft am gegenüberliegenden Gutenbergplatz 1 auf 17 Meter angehoben werden. Zwar befinden sich beide Gebäude noch nicht in Besitz der Stadt, daher gelte hier noch der alte Bebauungsplan. Doch sobald hier baulich etwas verändert werde, greife der neue.

Für die drei anderen Pavillons gilt eine Höhe von 12,50 Meter. Auf das jetzige Parkhaus, das saniert und modernisiert wird, kommt ein dreigeschossiger Hotelbau. Den Eingang zum „Lu:“ soll eine große Halle bilden, mit großen verglasten Türen in Richtung Ludwigsstraße. Diese sollen den Sommer über geöffnet sein, um das Gebäude zur Straße hin offen zu halten. Da es keine Schaufenster geben wird, soll es möglich sein, an den Seiten des Glasportals teilweise Werbung anzubringen – eine Ausnahme in der Altstadt. „Damit man sieht, was drinnen passiert“, sagt Grosse dazu.

Geplant sei zudem, das Dach für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen, zumindest teilweise ohne Verzehrzwang und während der Öffnungszeiten. „Dort kann man dann die Aussicht über die Stadt genießen“, so Grosse.

Stärkung für den Einzelhandel

Mit dem neuen Lu:-Gebäude habe man eine „exzellente und funktionale Lösung“ gefunden, so Grosse. „Ganz anders als in anderen Städten.“ Gestärkt werden soll in erster Linie der Einzelhandel, es soll Platz zum Verweilen und für Kultur geboten werden. „Natürlich konnten wir nicht jeden einzelnen Wunsch berücksichtigen, doch es bietet sehr vielfältige Nutzungen.“

Nun muss der Bebauungsplan kommende Woche noch dem Bauausschuss vorgelegt werden. Für die Öffentlichkeit soll er zwischen Mitte Dezember und Mitte Januar offengelegt werden. Geklärt werden müssen zudem noch Verträge, die Logistik und Hotelzufahrt regeln, und darüber, wie Umweltauflagen erfüllt und welche Materialien für die Fassade genutzt werden. Wann das Hauptgebäude abgerissen wird, stehe jedoch noch nicht fest, wahrscheinlich ist der Herbst 2023.

Hintergrund

Für den Neubau am ehemaligen Karstadt-Gebäude sind insgesamt 10.000 Quadratmeter Handelsfläche ausgeschrieben, mit direktem Zugang zum Parkhaus mit rund 320 Parkplätzen. In der 540 Quadratmeter großen Pop-up-Halle sollen sich Streetfood-Stände und Start-ups ansiedeln und eine Kulturbühne eingerichtet werden.

Auf dem begrünten Dach soll sich ebenfalls Gastronomie ansiedeln. In den Neubau an der Fuststraße kommt ein Proben- und Konzertsaal des Staatstheaters Mainz mit etwa 350 Sitzplätzen. Außerdem wird es in dem Neubau an der Fuststraße Gewerbe und Wohnungen geben. Seit Sommer wird das alte Gebäude abgerissen. Die Fertigstellung des Lu: ist für Herbst 2025 geplant.

Hinweis: Ursprünglich hatten wir geschrieben, dass drei Veranstaltungssäle mit 820 Sitzplätzen geplant sind. Diese Pläne sind inzwischen überholt und die Stelle korrigiert.

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