Die unheimliche Geistervilla

Verlassene Gebäude, verwilderte Gelände und verwahrloste Einrichtungen - „Lost Places“ strahlen auf viele Menschen eine große Faszination aus. Auch im Großraum Mainz gibt es einige dieser Orte. Einer davon ist die „Geistervilla“ Viktoriastift.

Die unheimliche Geistervilla

Seit rund 50 Jahren steht das Viktoriastift mittlerweile leer. Die am Ortsrand von Finkenbach-Gersweiler gelegene schlossartige Anlage mit dem imposanten Herrenhaus hat (dennoch) eine bewegte Geschichte hinter sich. Und diese scheint bis heute eine große Faszination auf Gruselfans und Geisterjäger zu haben. So wird über die „Geistervilla“ in zahlreichen Internetforen kontrovers diskutiert. Zudem gibt es viele Videos, die das verwilderte Gelände sowie die Gebäude von innen und außen zeigen, obwohl der Zutritt auf das eingezäunte Gelände streng verboten ist.

Düstere Geschichte

Vor rund 100 Jahren (1922) wurde das Areal von einem einheimischen Kaufmann als landwirtschaftliches Gut erbaut. Nachdem dieser Konkurs anmelden musste, kaufte das Bad Kreuznacher Viktoriastift das Gut 1926 auf. Seitdem hat das Areal seinen bis heute gängigen Namen. Fortan diente das Gut als Kindererholungsheim, ehe dieses 1933 geschlossen und 1934 zu einem nationalsozialistischen Müttergenesungsheim umfunktioniert wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg befand sich ein Altenheim auf dem Gelände - ein Altenheim, das eine düstere Geschichte zu haben scheint.

So machte das Altenheim 1970 über die Grenzen von Rheinland-Pfalz hinaus negative Schlagzeilen. Damals wurde der Heimleiterin vorgeworfen, Heiminsassen misshandelt und gequält zu haben. Wie „360grad-mainz.de“ berichtet, sei ein Vorwurf dabei besonders grauenvoll gewesen: „Unliebsame Seniorinnen sollen mitsamt Bett in den Keller verfrachtet und dort ohne Essen und Trinken dem Tod überlassen worden sein.“ Nachdem die Staatsanwaltschaft ermittelte, wurde die Leiterin vom Dienst suspendiert und das Heim schließlich Ende 1971 geschlossen. Heute ist das Gelände wieder in Privatbesitz.

Treiben Gespenster ihr Unwesen?

Seitdem ranken sich viele Mythen um das verlassene Stift. Oft vermuten User in diversen Chats, dass es vor Ort Geister gibt. So auch eine Userin, die die Villa 1985 mit ihren Freunden betrat. „Ich glaube, es ist was dran mit den Geistern. Das Geländer war so sauber, ohne Staub, und wir hatten ein Gefühl, als wäre ein Schatten an uns vorbeigerauscht. Wir ließen einen Schrei los und sind direkt wieder raus“, kommentiert die Frau auf „360grad-mainz.de“.

Deshalb sollen laut einigen Internet-Foren auch viele Geisterjäger nach Finkenbach kommen, um in der Villa mit der gespenstischen Aura „die Seelen der Toten aus ihrem nasskalten Kellergefängnis zu befreien“, so die Seite. Zuletzt scheint es aber doch etwas ruhiger rund um die Villa geworden zu sein. Auf Anfrage teilt die für die Villa zuständige Polizeiinspektion Rockenhausen mit, dass es innerhalb der letzten Jahre zu keinen Einsätzen auf dem Gelände gekommen sei.

Achtung! Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass das Betreten dieser Gebäude beziehungsweise das Betreten des Grundstücks verboten ist und den Tatbestand des Hausfriedensbruchs erfüllt. (rk)

Logo