Kultkneipe „Schinderhannes“ wieder geöffnet

Seit dem 1. Dezember 2022 kann man die Bar, die nach dem berüchtigtsten Räuber aus Mainz benannt ist, wieder besuchen. Merkurist hat mit der neuen Leiterin Helena Sander (25) über ihr Konzept gesprochen.

Kultkneipe „Schinderhannes“ wieder geöffnet

Es war eine Mainzer Institution: Das Gasthaus „Rosis Schinderhannes“ in der Mainzer Altstadt hatte vergangenen Juli nach 26 Jahren geschlossen. Am 1. Dezember hat es als Kneipe mit neuen Betreibern wieder eröffnet. Merkurist war vor Ort und hat mit der neuen Leiterin Helena Sander darüber gesprochen, was euch jetzt im „Schinderhannes“ erwartet.

„Als säße man im eigenen Wohnzimmer.“ – Helena Sander, Leiterin des „Schinderhannes“

Der Vorname der früheren Eigentümerin Rosi ist aus dem Namen der Bar verschwunden, ansonsten bleibt im „Schinderhannes“ vieles erhalten. Die rustikale Einrichtung ist dieselbe, nach wie vor kann man die Geschichte des berüchtigten Mainzer Schinderhannes an den Wänden in Bildern sehen. Der Räuberhauptmann endete im Jahr 1803 auf dem Schafott, nachdem er im Holzturm ganz in der Nähe der Kneipe gefangen gehalten wurde. Auch die urige Atmosphäre mit Sattel und Kochgeräten an der Decke, Raucherbereich im Hinterzimmer und warmem Licht wurde beibehalten. Gemütlich solle es sein, so Sander: „Als säße man im eigenen Wohnzimmer.“

Fassbiere, Wein und Cocktails

Der Fokus liegt auch weiterhin auf Fassbieren und Wein. Die Biere sind das Markenzeichen des Lokals, erzählt Sander. So gäbe es das beliebte Kulmbacher und das Helle vom Mönchshof in Mainz ausschließlich hier bei ihr in der Holzstraße 15 zu kaufen. Sie habe allerdings Cocktails eingeführt, die auch gut angenommen werden.

Sanders persönlicher Favorit ist der Piña Colada. Die neue Leiterin des „Schinderhannes“ ist 25 Jahre alt und will neben den alten Stammgästen auch Studenten und Touristen mit der Getränkeauswahl glücklich machen. Darum hat sie als erste Amtshandlung eine vierstündige Happy Hour eingeführt: Zwischen 19 und 23 Uhr kosten Cocktails und Longdrinks 5,5o Euro. Die Happy Hour werde sehr gut angenommen. Noch bis März solle es darum dabei bleiben.

Überhaupt freut sich Sander, dass sie nicht nur einige alte Stammkunden des „Schinderhannes“ übernehmen konnte, sondern auch schon einige neue dazugewonnen hat. „Stammkunden sind das A und O“, sagt die Leiterin, die aus Bingen stammt. Das habe ihre langjährige Gastronomie-Erfahrung sie gelehrt. „Auch die Konkurrenz kommt immer mal wieder vorbei, um sich anzuschauen, was wir hier jetzt machen.“ Sander ist aktuell nicht nur für das Angebot und den Service zuständig – hierbei arbeitet sie derzeit mit drei Aushilfen zusammen –, auch die Buchführung liegt bei ihr. Als gelernte Kauffrau für Büromanagement kennt sie sich damit aus.

Zukunft mit Frühstück und Abendessen

Der neue Inhaber des „Schinderhannes“, der bereits mehrere Restaurants und Bars in Mainz besitze, habe sie gefragt, ob sie sich die Leitung vorstellen könne, antwortet Sander auf die Frage, wie sie an die Stelle gekommen sei. Schon eine Woche später habe sie die Bar eröffnet. Anfangs habe Rosi Gapp, die ehemalige Betreiberin, sie viel unterstützt, etwa bei der Weihnachtsdeko. Gapp wohne selbst auch noch im selben Haus. Das habe sie allerdings an Mitglieder der Familie Klopp verkauft.

Langfristig möchte Sander gerne auch Essen anbieten. Dafür sucht sie gerade nach einem Koch. Wenn sie den gefunden habe, wolle sie auf gutbürgerliche Küche setzen, Burger oder Schnitzel vielleicht. Auch Frühstück solle es in der Zukunft geben.

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