Wie die Corona-Krise das „Bistro Bagdad“ trifft

Jahrelang war das „Bistro Bagdad“ in der Binger Straße ein beliebter Treffpunkt vieler Menschen. Seit Monaten herrscht dort nun Leere. Wie Betreiber Shaheen Aramia mit Ungewissheit umgeht, hat er uns erzählt.

Wie die Corona-Krise das „Bistro Bagdad“ trifft

Seit 2007 betreibt Shaheen Aramia das Mainzer Lokal „Bistro Bagdad“, eine schwierigere Zeit als aktuell in der Corona-Krise hat er in Deutschland jedoch nie erlebt. Normalerweise ist sein Lokal in der Binger Straße belebt, Shishas blubbern, Menschen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten sitzen an Tischen und reden miteinander. Seit Monaten herrscht im Bistro Bagdad aber Stille. Das macht sich bei Aramia und anderen Gastronomen nicht nur finanziell bemerkbar, ihm drückt die Situation auch auf das Gemüt. „Ich habe eine wunderbare Frau und vier Kinder zuhause, aber trotzdem fehlen mir der Alltag und die Menschen im Bistro Bagdad“, sagt der Mann im Gespräch mit Merkurist, der nach eigenen Angaben die Shisha-Kultur nach Mainz gebracht hat.

Wie lange er unter den aktuellen Auflagen noch durchhalten kann, weiß Aramia nicht einzuschätzen. Familienmitglieder und Freunde hätten ihm zwar immer wieder geholfen, damit der Laden nicht dicht gemacht werden muss, was dem Gastronom derzeit aber vor allem fehlt, ist die klare Perspektive. „Natürlich gab es bisher die Corona-Hilfen, aber die federn die Ausgaben nur zum Teil ab.“ Außengastronomie sei in der Binger Straße zwar erlaubt, doch außer ein paar provisorischen Paletten ist nicht viel möglich. Allein aus Platzgründen.

Ungewisse Zukunft

Das Bistro Bagdad lebt von seiner engen, gemütlichen Atmosphäre – und ist damit so gar nicht Corona-konform. Auch wenn der Gastro-Betrieb in Innenräumen ab Juni wieder erlaubt werden könnte – ob es sich dann für Aramia überhaupt lohnt, den Laden wieder aufzumachen, weiß er nicht. Und dann ist da noch die Angst vor dem nächsten Lockdown: „Natürlich frage ich mich, wie lange das noch alles geht und was passiert, wenn die Zahlen wieder steigen“, sagt er.

Den Optimismus will sich Aramia trotzdem nicht nehmen lassen. „Ich bin 1991 vor dem Krieg im Irak geflohen, ich habe schon einiges erlebt.“ Und so hofft der Bistro-Betreiber auf die Zeit nach Corona, wenn er in seinem Lokal wieder leidenschaftlich über Fußball diskutieren kann und das Leben ins Bistro Bagdad zurückkehrt. „Ich lebe seit mehr als 25 Jahren in Deutschland und war nicht einen Tag lang arbeitslos und das soll auch so bleiben.“

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