Festnahmen: Chatgruppe wollte Stromversorgung zerstören und Menschen entführen

Mehrere Mitglieder der Gruppierung festgenommen

Festnahmen: Chatgruppe wollte Stromversorgung zerstören und Menschen entführen

Das rheinland-pfälzische Landeskriminalamt (LKA) hat am Mittwoch mehrere Mitglieder der Chatgruppe „Vereinte Patrioten“ festgenommen. Ziel der Gruppierung ist es, bürgerkriegsähnliche Zustände in Deutschland zu verursachen um das demokratische System zu stürzen. Dafür wollten die Mitglieder Einrichtungen der Stromversorgung zerstören, um einen bundesweiten Stromausfall herbeizuführen und bekannte Personen des öffentlichen Lebens entführen – darunter auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), wie mehrere Medien berichten. Das teilt das LKA am Donnerstag in Mainz mit.

Das LKA führt unter Sachleitung der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz bereits seit Oktober 2021 ein Ermittlungsverfahren gegen die Gruppierung durch. Bundesweit konnten bereits zahlreiche Personen identifiziert werden, die zu der Gruppe gehören und die Pläne unterstützen. Sie sind der Corona-Protestszene und der Reichsbürgerbewegung zuzuordnen. Einige von ihnen sind bereits polizeilich bekannt.

Am Mittwoch nahm das LKA fünf Beschuldigte im Alter zwischen 41 und 55 Jahren fest. Ihnen werden die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat und Verstöße gegen das Waffen- und Kriegswaffenkontrollgesetz vorgeworfen. Gegen die festgenommen Beschuldigten sind Haftbefehle beantragt worden. Sie sollen heute dem zuständigen Ermittlungsrichter vorgeführt werden.

Bei Durchsuchungen von bundesweit 20 Objekten fanden die Beamten mehrere Waffen, darunter 14 Lang- und sieben Kurzwaffen sowie eine Kalaschnikow. Auch Munition im mittleren dreistelligen Bereich, Bargeld in Höhe von 8900 Euro, zahlreichen Goldbarren und Silbermünzen und Devisen im Wert von über 10.000 Euro wurden sichergestellt. Zudem werden jetzt Daten von diversen Telefonen, Datenträgern, Notebooks, Unterlagen, gefälschten Impfpässen und -zertifikaten ausgewertet.

Die Durchsuchungen fanden ab dem Mittag in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Brandenburg, Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen statt. Insgesamt waren bis in den späten Nachmittag drei Staatsanwälte und rund 270 LKA-Beamte im Einsatz, darunter auch Spezialeinheiten.

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