Zu laut? Ampel am Fischtor sorgt für schlaflose Nächte

Eine Ampelanlage am Fischtorplatz sorgt aktuell für großen Unmut bei einigen Anwohnern. Die Freigabetöne bei Grün seien so laut, dass man nachts nicht mehr schlafen kann. Wie die Stadt die Situation bewertet.

Zu laut? Ampel am Fischtor sorgt für schlaflose Nächte

Eigentlich sind Ampeln, die ein Piepgeräusch senden, dazu da, Menschen zu helfen. Da Sebehinderte das Grünsignal meist nicht erkennen, signalisiert ihnen der sogenannte Freigabeton, wann sie sicher die Fahrbahn queren können. Am Fischtorplatz scheint dieser Piepton nun aber gerade nicht sehr hilfreich zu sein. Zumindest wenn es um den Schlaf der Anwohner geht. Extrem störend, vor allem nachts sei das so, erklärt Leser Carsten. Für ihn ist die Ampel zwischen Fischtorstraße und Fischtorplatz die „lauteste in Mainz“.

Die Anwohner am Fischtorplatz würden sich auch schon seit Wochen fragen, warum die Ampel zur Fischtorstraße hin auffallend laut piept. „Tagsüber, wenn die Stadt pulsiert, ist es nicht so schlimm, aber wenn es abends ruhiger wird, dann schallt es durch die Nacht. Und das war nicht immer so“, sagt Carsten.

Ton doch gar nicht so laut?

Generell steht fest, dass von 255 Ampelanlagen in Mainz rund 150 auch mit akustischen Signalen ausgestattet sind, Tendenz steigend. Zuständig für die Ampeln ist die Stadt Mainz. Zu dem von Leser Carsten geschilderten Problem sagt Stadtsprecher Ralf Peterhanwahr: „Die Signalanlage ist eine von vielen ‘Altanlagen’ in Mainz. Es kann aufgrund der alten Technik durchaus vorkommen, dass die Pegelanpassung (Erhöhung der Lautstärke) durch minimale Umgebungsgeräusche, wie zum Beispiel Passanten oder auch Windböen erfolgt.“

Im Normalfall sei der Freigabeton jedoch sehr leise, und dies könne auch nach örtlicher Prüfung bestätigt werden. Die Freigabetöne (Piepton) an der besagten Ampelanlage seien seit 18 Jahren auf ein mögliches Minimum eingestellt. „In der Nacht ist das Empfinden natürlich anders, und die seit längerem generell zulässige Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern stärkt wahrscheinlich die Wahrnehmung in diesem Bereich“, so Peterhanwahr.

Gibt es Hoffnung für die Anwohner?

Grundsätzlich sei es so, dass Änderungen beziehungsweise Anpassungen der Lautstärke nach dem Bedarf von Betroffenen erfolgen. „Betroffene können sehbehinderte Menschen sowie Anwohner:innen sein“, sagt Peterhanwahr. Dabei gelte es, in manchen Fällen einen Kompromiss zu finden. Grundsätzlich seien gezielte Ansteuerungen und Nachtabschaltungen bei „Altanlagen“ stark eingeschränkt beziehungsweise nicht umsetzbar.

Dass es generell immer wieder einmal zu Beschwerden über solche Piep-Geräusche kommt, bestätigt Stadtsprecher Peterhanwahr. Beschwerden gingen in der Regel eher in den Sommermonaten ein. „Das Sachgebiet Verkehrstechnik kann jederzeit angesprochen werden und ist immer bemüht, eine Lösung für die technisch eingeschränkten ‘Alt-Signalanlagen’ zu finden.“ Dies habe in der Vergangenheit stets funktioniert. Bisher habe man immer eine verträgliche Lösung finden können, so Peterhanwahr. Somit bleibt den Anwohnern am Fischtor also die Hoffnung, dass sie demnächst endlich wieder durchschlafen können.

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