So lief die zweite Aktion der Klima-Kleber in Mainz

Am Montagmorgen blockierten mehrere Klima-Aktivisten die Alicenbrücke in Mainz und sorgten so für erhebliche Verkehrsbehinderungen. Was wollen sie erreichen?

So lief die zweite Aktion der Klima-Kleber in Mainz

Zum zweiten Mal bereits hat sich am Montagmorgen (9. Januar) eine Gruppe von Klimaaktivisten auf der Mainzer Alicenbrücke festgeklebt und damit den Verkehr blockiert. Anders als bei der Aktion vor genau einem Monat haben sie sich nicht in Richtung Innenstadt auf die Straße gesetzt, sondern stadtauswärts, in Richtung Saarstraße.

Um 8:30 Uhr hatten sich mehrere Aktivisten mit Sekundenkleber auf der Straße festgeklebt. Ein Autofahrer versuchte gleich zu Beginn, die Blockade zu durchbrechen und fuhr sehr nah an die Aktivisten heran. Obwohl die Aktion nicht bei den Behörden angemeldet war, waren Beamte der Polizei kurz nach deren Start vor Ort und sperrten den Bereich ab.

Festgeklebt hatten sich sechs der Aktivisten, einer von ihnen wollte flexibel bleiben, um den Weg für Notfälle, etwa für Krankenwagen und Rettungswagen, freigeben zu können. Eine Dreiviertelstunde ließ die Polizei die Aktion gewähren. Nach dreifacher Aufforderung, selbst zu gehen, begannen die Beamten dann, die Hände der Aktivisten mit Olivenöl von der Fahrbahn zu lösen und sie teilweise von der Straße zu tragen. Nach wenigen Minuten war die Aktion aufgelöst.

Aktion nach einer Stunde aufgelöst

Nachdem die Feuerwehr die Straße von den Ölresten gereinigt hatte, konnte der Verkehr wieder freigegeben werden. Anschließend hat die Polizei die Personalien der Aktivisten aufgenommen. Wie der Mainzer Polizeisprecher Matthias Bockius sagte, werde nun geprüft, welche strafrechtlichen Konsequenzen die Aktion haben werde.

Verletzt wurde niemand. „Aus polizeilicher Sicht ist die Aktion also gut verlaufen“, so Bockius. Die Aktion im Dezember war nicht so reibungslos zu Ende gegangen: Da die Hand eines Aktivisten so fest an der Straße klebte, dass sie nicht zu lösen war, musste die Fahrbahndecke mittels Trennschleifer und Bohrhammer aufgetrennt und dann abgetragen werden.

Mit ihren Aktionen fordern die Klima-Kleber eine Einführung eines Tempolimits auf deutschen Autobahnen von 100 km/h sowie ein 9-Euro-Ticket für den ÖPNV zur Einsparung von CO2. In Mainz protestierten sie auch gegen die aktuell geplante Räumung für den Kohletagebau in Lützerath und solidarisierten sich nach eigenen Aussagen mit den Protestierenden vor Ort. „Diese Maßnahmen werden von Verkehrsminister Wissing nach wie vor abgelehnt, obwohl Mehrheiten dafür in der Bevölkerung da sind und sein Ministerium beim Klimaschutz bisher deutlich versagt hat“, heißt es vonseiten der „Letzten Generation“.

Auf Plakaten wiesen sie auf Artikel 20a der Grundgesetzes hin. „Für einen Schutz unserer Lebensgrundlagen nach dem Grundgesetz“, wie Wiebke Kött, die Sprecherin der „Letzten Generation“ sagt. „Wir leisten damit friedlichen Widerstand gegen das klimapolitische Versagen der Bundesregierung.“ Damit würden sie ihre Angst vor einem Verlust der Lebensgrundlagen unterstreichen, aufgrund der bevorstehenden Klimakatastrophe. „Demonstrationen und Petitionen reichen nicht aus, deshalb sehen wir uns gezwungen, friedlich die öffentliche Ordnung zu stören“, so der 38-jährige Raúl Semmler, der bereits zum zweiten Mal in Mainz dabei war.

Aus Sicht der „Letzten Generation“ sei die Aktion erfolgreich verlaufen, so Kötts Fazit. „Ich glaube, wir haben die Aufmerksamkeit der Leute bekommen und hoffentlich auch die der Politik.“

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