Rheingauwall: Was verbirgt sich in diesem Gebäude?

Vor dem weißen Gebäude am Rheingauwall wehen eine Deutschland- und eine Türkeifahne. Doch was befindet sich eigentlich darin? Diese Frage hat sich auch Leser Thomas gestellt.

Rheingauwall: Was verbirgt sich in diesem Gebäude?

Was befindet sich in dem Gebäude gegenüber des ORN Betriebshofs? Diese Frage stellte sich Merkurist-Leser Thomas. Er sagt: „Ich finde es deshalb interessant, da das Gebäude, zumindest in Teilen, leer zu stehen scheint.“

Während Leser Phil vor kurzer Zeit eine Warteschlange vor dem Haus beobachtet haben will, erinnert sich ein anderer Leser noch an seine Zivildienstzeit. Diese habe er in den Neunzigerjahren in dem Gebäude absolviert:

Sitz der Yunus Emre-Moschee

In dem unscheinbaren Gebäude an der Kreuzung Mombacher Straße/Rheingauwall befindet sich die 1987 gegründete Yunus Emre Moschee. Während die Kirchen in Mainz deutlich zu erkennen sind, lassen sich die muslimischen Gebetshäuser kaum von gewöhnlichen Wohnkomplexen unterscheiden. Schließlich gibt es bei der Moschee in Mombach keine prachtvollen Kuppeln oder hohe Minarette.

Die Moschee am Rande des Industriegebiets gehört dem Dachverband der DITIB, die Abkürzung heißt auf Deutsch übersetzt: „Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion“. Dabei handelt es sich um einen eingetragenen Verein, der die Anerkennung als Religionsgemeinschaft anstrebt. In theologischen Fragen kooperiert der Verein mit der türkischen Religionsbehörde.

Der Hauptsitz des deutschen Dachverbandes ist in Köln, bundesweit gibt es rund 900 DITIB-Gemeinden. In den vergangenen Jahren ist die Organisation immer wieder in die Schlagzeilen geraten. So führte der Besuch des türkischen Staatspräsidenten Erdogan in der Zentralmoschee in Köln 2018 zu viel Kritik, da keine deutschen Politiker bei der Einweihungsfeier anwesend waren.

Mainzer Moschee offen für Besucher

„Ich war überrascht, als ich den Snip gelesen habe.“ –Sprecher der Gemeinde

Ein Sprecher der Mainzer Gemeinde, der aus Angst vor rassistischen Anfeindungen namentlich nicht genannt werden möchte, berichtet: „Ich war überrascht, als ich den Snip gelesen habe. Bei dem Gebäude handelt es sich um eine Moschee mit kulturellen Einrichtungen.“ Neben den Beträumen gibt es einen Konferenzsaal, eine Bücherei und eine Teestube.

„Natürlich können Interessierte die Gemeinde besuchen.“ – Sprecher der Gemeinde

Es wird also nicht nur gemeinsam gebetet, für die Schulanfänger gibt es beispielsweise eine Einschulungsfeier, beim Lahmacun-Verkauf werden Spenden gesammelt und Jugendliche können gemeinsam Sport machen. Außerdem gibt es Kurse, in denen sie lernen können, wie man eine Moschee-Führung veranstaltet. „Natürlich können Interessierte die Gemeinde besuchen“, so der Sprecher. Dabei sei es auch üblich, dass immer wieder Mainzer Schulklassen den Gebetsraum besichtigen, um so etwas über die Religion zu erfahren.

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