Biberratten am Mainzer Winterhafen: Experte warnt vor schmerzhaften Bissen

Süß oder schädlich? Am Mainzer Winterhafen breiten sich offenbar Nutrias immer weiter aus. Doch woher kommen die Tiere und sind sie für Menschen gefährlich?

Biberratten am Mainzer Winterhafen: Experte warnt vor schmerzhaften Bissen

Am Mainzer Winterhafen können derzeit besondere Tiere angetroffen werden: Ein Merkurist-Leser hat dort Nutrias gesichtet. Er fragt sich nun: „Sind die hier heimisch oder fremd?“

Woher kommen die Nutrias?

Nutrias, auch Biberratten genannt, stammen ursprünglich aus Südamerika. Insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg, als Deutschland ein bedeutender Markt für Nutriafelle war, konnten zahlreiche Tiere aus Farmen entkommen und stabile Wildpopulationen bilden. Experte Rainer Michalski vom Naturschutzbund-Rheinhessen-Nahe verrät im Gespräch mit Merkurist, dass erste Sichtungen von Nutrias im Mainzer Winterhafen schon 2010 stattgefunden hätten. Dabei kommen die Tiere eigentlich von der anderen Rheinseite, aus Ginsheim-Gustavsburg.

Sind Nutrias gefährlich?

Das Sozial- und Fortpflanzungsverhalten der Nutrias trägt wesentlich zu ihrer erfolgreichen Ausbreitung bei. Die Tiere leben in monogamen Partnerschaften und ziehen ihren Nachwuchs entweder in Paaren oder in größeren Familienverbänden von zwölf bis zu 15 Tieren auf. Ein besonderes Merkmal ist ihre hohe Reproduktionsrate.

Da Nutrias an keine festen Paarungszeiten gebunden sind, ist eine Fortpflanzung über das gesamte Jahr hinweg möglich. Die Tiere können heimische Arten verdrängen und Schäden verursachen. Laut Experte Michalski sind Biberratten insbesondere für Großmuscheln und Vögel, die im Schilf brüten, gefährlich. Außerdem stellen die Unterbauten der Tiere eine Gefahr für die am Wasser gelegene Infrastruktur dar.

Besonders wichtig ist es laut Michalski, einen großen Abstand zu den Wildtieren zu halten, da diese beißen könnten. Das sei auch schon vorgekommen und sehr schmerzhaft. Zudem sollte unbedingt darauf verzichtet werden, die Nutrias zu füttern.