In der Fußgängerzone am Mainzer Höfchen kommt es nach Ansicht eines Lesers häufig zu gefährlichen Situationen. Der Grund: Busfahrer würden den Vorrang von Fußgängern missachten.
Der Leser berichtet, dass der Bereich durch Bus-, Liefer- und sonstigen Verkehr oft unübersichtlich sei. Insbesondere für Kinder und ältere Menschen sei es stressig, die Straßenseite zu wechseln. Da es sich um eine Fußgängerzone handelt, würden Querungshilfen fehlen. „Und da anscheinend alle Verkehrsteilnehmer auf Rädern der Meinung zu sein scheinen, sie hätten Vorrang, ist die Situation für die schwächsten Verkehrsteilnehmer ziemlich mies“, so der Vorwurf. Er habe bereits beobachtet, wie Busfahrer sehr knapp an älteren Menschen vorbeigefahren seien und diese sogar weggehupt hätten.
Vorwürfe berechtigt?
Doch es gibt auch andere Meinungen zu dem Thema. „Also ich erlebe dort eher Fußgänger, die ohne zu schauen vor die Busse laufen. Oder noch besser zwischen den Bussen durch. Wenn die Busfahrer jeden Fußgänger vor lassen würden, könnten sie im Moment nie losfahren“, kommentiert Leserin Christine. Und auch wenn es sich um eine Fußgängerzone handelt, meint Leserin Susanne: „Ich würde eher von teils rücksichtslosen Fußgängern sprechen, die nicht schauen und mittig auf der Straße laufen.“
Wie steht nun aber die Mainzer Mobilität zu den Vorwürfen, die Busfahrer würden hier teils „rücksichtslos“ agieren? Gegenüber Merkurist kann Pressesprecher Michael Theurer diese Darstellung nicht bestätigen. Auf Anfrage erklärt er, dass der Bereich wegen querender Fußgänger und des Lieferverkehrs zwar erhöhte Aufmerksamkeit vom Fahrpersonal erfordere, er sich aber an keinen schweren Unfall in den vergangenen zehn Jahren erinnern könne. An den Haltestellen am Höfchen sei das Tempo der Busse ohnehin gering, da sie dort abbremsen oder gerade losfahren.
Zwar sei der Kurvenbereich in Richtung Ludwigsstraße manchmal unübersichtlich, doch auch hier seien keine Zwischenfälle bekannt. Für die Ludwigsstraße gelte eine Ausnahmegenehmigung, die Bussen eine Geschwindigkeit von maximal 20 Stundenkilometern erlaube. Das Tempo müsse aber stets der jeweiligen Situation angepasst werden. Theurer fasst zusammen: „Über gehäufte Beschwerden ist mir nichts bekannt, ich kann den Vorwurf über angeblich rücksichtslose Busfahrer daher nicht nachvollziehen oder bestätigen.“
Das sagt die Polizei
Auch die Mainzer Polizei hat eine klare Haltung zu dem Thema. Auf Anfrage heißt es aus der Pressestelle, dass Anzeigen von Passanten gegen Busfahrer wegen rücksichtslosen Fahrens am Höfchen „im Prinzip noch nie“ vorgekommen seien. Diese Einschätzung beruhe auf den Erfahrungen der zuständigen Kollegen aus den vergangenen sieben bis acht Jahren, auch wenn dazu keine gesonderten Zahlen ausgewertet würden.