Neue Likör-Manufaktur in Mainz-Kastel

Was erst ein Hobby war, ist für zwei Freunde aus Mainz-Kastel zu einem ernsthaften Geschäft geworden. Sie bieten nun selbstgemachte Liköre an. Merkurist hat mit ihnen gesprochen.

Neue Likör-Manufaktur in Mainz-Kastel

Cascara galt lange Zeit als Abfallprodukt aus der Kaffeeproduktion. In Europa war es daher bis vor kurzem noch recht unbekannt. Gemeint ist damit das Fruchtfleisch und die Schale rund um die Kaffeebohne. Bis vergangenes Jahr war die Verwendung von Casacara in der EU sogar illegal, da es als Nischenprodukt unter die Rechtsvorschriften für neuartige Lebensmittel fiel. Jetzt taucht Cascara in einem Likör aus Mainz-Kastel auf. „Dass wir Cascara verwenden, macht unseren Likör zu einer Neuheit und Seltenheit“, sagt „Lekkerliköre“-Mitgründer Constantin Müller.

Angefangen mit einem Hobby

Müller hat „Lekkerliköre“ zusammen mit Lisah Dietrich Anfang des Jahres in Mainz-Kastel gegründet. Beide seien selbst begeisterte Likörtrinker. „Uns ist aufgefallen, dass Liköre selten aus natürlichen Zutaten bestehen“, erzählt Dietrich. Aus diesem Grund hätten sie angefangen, eigene aromatische Spirituosen herzustellen. Ihre ersten Abnehmer seien noch Freunde gewesen, an die sie ihre Eigenproduktionen verschenkten.

Aus dem Hobby ist nun ein ernsthaftes Geschäft geworden. In der vergangenen Woche sind Dietrich und Müller mit ihrer Website an den Start gegangen. Wegen ihrer Hauptberufe haben beide Werbe- und Marketingerfahrungen und nun „Spaß dabei, unser eigenes Produkt zu vermarkten“, erzählt Müller. Auf der Website sind der Online-Shop sowie Rezeptideen für die zwei bisher erschienenen Liköre zu finden.

Rezeptfindung und Herstellung

„In der Phase der Rezeptfindung ist feinste Mengenabstimmung gefragt“, sagt Müller. Es benötige bis zu 50 Tests, um die verschiedenen Komponenten so zusammenzusetzen, dass am Ende der gewünschte Likör entsteht.

Bei den Zutaten sei ihnen wichtig, diese möglichst lokal und bewusst zu beziehen. Dabei würden sie darauf achten, dass alles bio und natürlich ist. „Außerdem zahlen wir unseren Zulieferern faire Einkaufspreise und achten auf ressourcenschonende Herstellungsprozesse“, so Dietrich.

Während der Mazeration, einem entscheidenden Vorgang bei der Herstellung, werden die teilweise vorbehandelten Rohstoffe in hochprozentigem Alkohol „eingelegt“. Der Alkohol nimmt hierbei die verschiedenen Aromen und Geschmäcker an. „Zutaten und Menge, Alkohol- und Zuckergehalt sowie die Dauer der Mazeration machen die Kunst der Likörherstellung aus“, erklärt Constantin.

Aktuell bietet das Unternehmen die Liköre „La Casacara“ und „Arabikuss“ an. Zweiteres enthält Kaffeebohnen der Wiesbadener Kaffeerösterei Maldaner, die auch in Mainz einen Laden besitzt. Viele weitere Ideen befänden sich bereits in der Planung, einige sogar schon in der Rezepturenphase. Unter anderem können sich Dietrich und Müller gut vorstellen, saisonale Liköre herzustellen, etwa zu Weihnachten. Schon bald soll der Ingwer-Likör „Gold Ginger“ erhältlich sein.

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