Ärger um freilaufende Hunde im Weisenauer Steinbruch

Eigentlich herrscht in einem großen Teil des Weisenauer Steinbruchs Anleinpflicht für Hunde. Doch mehreren Merkurist-Lesern ist aufgefallen, dass dort immer wieder Hunde frei herumlaufen.

Ärger um freilaufende Hunde im Weisenauer Steinbruch

Der Weisenauer Steinbruch gilt mit seinen Wiesen und Bäumen als Naherholungsgebiet. Vor allem bei Spaziergängern, Joggern und Hundehaltern ist der Steinbruch beliebt. Doch vor allem Letztere ärgern sich: Denn die Hunde können auf dem Gelände nicht frei laufen gelassen werden, da in einigen Teilen des Steinbruchs Leinenpflicht herrscht. Doch„warum darf man im Weisenauer Steinbruch seine Hunde nicht frei laufen lassen? Warum tut’s doch jeder?“, fragt Leser Hans in seinem Snip.

Das sagt die Stadt

Wie die Mainzer Stadtverwaltung auf Anfrage mitteilt, gibt es im Weisenauer Steinbruch keine Anleinpflicht für Hunde – das gilt zumindest für den Bereich zwischen dem Zugang am Höhenweg bis zu einem Tor des Geopfades wenige Meter weiter. Denn ab da gehört der Steinbruch dem Entsorgungsbetrieb der Stadt Mainz, der eine Anleinpflicht fordert.

Laut einem Sprecher der Stadt war es öfter zu Problemen zwischen Hunden und Joggern oder anderen Tieren wie Hasen und Rehen gekommen. Deshalb habe der Entsorgungsbetrieb Schilder aufgestellt. Beschwerden wegen freilaufenden Hunden liegen dem Ordnungsamt nicht vor. „Deshalb sind Kontrollen dort zurzeit nicht erforderlich. Regelmäßige Routinekontrollen sind aus personellen Gründen nicht möglich“, so ein Sprecher der Stadt.

Auch Renée Leising von „Packwork“ ist regelmäßig mit Hunden im Steinbruch unterwegs. Die 25-jährige Mainzerin arbeitete früher in der Hotelbranche, machte sich vor kurzem als Dog-Walkerin selbstständig. Täglich holt sie bis zu acht Hunde aus Mainzer Haushalten ab, geht mit ihnen Gassi und bringt sie wieder zurück.

„Die Leinenpflicht ist richtig, aber es ist schade, dass sie notwendig ist.“ – Dog-Walkerin Renée Leising

Auch wenn es in Mainz keine generelle Anleinpflicht für Hunde gibt, dürfen die Hunde nicht überall ohne Leine herumlaufen, sonst droht den Haltern eine Geldbuße. So müssen die Tiere in Fußgängerzonen und öffentlichen Anlagen an die kurze Leine genommen werden – viele Freilaufflächen bleiben da nicht übrig. Leising ist trotzdem grundsätzlich für die Leinenpflicht „Jeder gut erzogene Hund kann durchbrennen“, so die Mainzerin. Allerdings fehlt ihrer Meinung nach häufig auch das Verständnis von Menschen, die keine Hunde halten und bei einem freilaufenden Hund falsch reagieren. Denn die Arme hochzuheben und zu schreien sei genau der falsche Weg. „Schultern zurück, Brust raus und den Körper aufrichten“, so Leisings Vorschlag. „Die Leinenpflicht ist richtig, aber es ist schade, dass sie notwendig ist.“

Ihr Vorschlag ist, im Steinbruch einen eingezäunten Hundeplatz einzurichten, wie es ihn in Kastel schon gibt. Auf der Wiese in der Biebricher Straße können die Hunde frei laufen und so mit ihren Artgenossen kommunizieren, was Leising zufolge zur artgerechten Haltung von Hunden gehört. „Der Steinbruch würde sich gut für einen Hundeplatz eignen“, sagt Leising. Ein Zaun und Mülleimer für Hundekot würden reichen, dann könnten die Hunde auch dort frei laufen. „Ich glaube fest daran, dass Hundehalter bei Leinenpflicht bereitwilliger eine Leine anlegen, wenn es mehr Gebiete gibt, in denen die Hunde frei laufen können.“ (mm)

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