Was es mit dem „Geisterhaus“ in Hechtsheim auf sich hat

Seit Jahren steht ein Haus in der Hechtsheimer Ringstraße leer. Im Ort soll sogar vom „Geisterhaus“ die Rede sein. Was dahintersteckt.

Was es mit dem „Geisterhaus“ in Hechtsheim auf sich hat

Die Fensterläden sind verschlossen, die Rollos nach unten gezogen und der Garten verwildert: Steht man vor dem Haus in der Hechtsheimer Ringstraße 76 gegenüber der Kegelbahn sieht man schnell, dass hier schon länger kein Mensch mehr lebt.

Spielen sich dort gruselige Dinge ab?

Auf viele wirkt das verlassene Haus deshalb gruselig. Einige Leser sprechen sogar von einem „Geisterhaus“. Es soll bereits seit Jahrzehnten leerstehen. Merkurist berichtete schon einmal vor ein paar Jahren über das Haus. Damals erklärte der inzwischen ehemalige Hechtsheimer Ortsvorsteher Franz Jung, dass das Haus in Privatbesitz sei. Es gebe in Mainz jedoch keine rechtliche Handhabe, Eigentümer zu verpflichten, Wohnraum herzustellen. Solange der Eigentümer seiner Sicherungspflicht nachkommt, könne die Stadt dort nicht einschreiten.

Doch obwohl das Gebäude schon längere Zeit leersteht, sollen sich dort gruselige Dinge abspielen. Die unmittelbaren Anwohner können dies aber nicht bestätigen. „Das ist Humbug“, sagt eine ältere Frau. Sie habe weder tagsüber noch nachts dort Stimmen gehört. Möglicherweise bildeten sich einige Leute das ein, von einem „Geisterhaus“ könne keine Rede sein.

Suidzid eines Bewohners

Dennoch könne sie von einem tragischen Vorfall berichten, der einen ehemaligen Bewohner des Hauses betrifft, so die Anwohnerin. Demnach hätten in dem Haus früher zwei Schwestern mit ihren Männern gewohnt. Beide Paare hätten je ein Kind – Tochter und Sohn – gehabt, die mit in dem Haus gelebt hätten. „Der Sohn der älteren Schwester hat dann in jungen Jahren eine Ausbildung begonnen, sich dann aber das Leben genommen“, so die Anwohnerin. Im besagten Haus sei dies aber nicht passiert.

Mittlerweile seien die beiden Schwestern und ihre Männer verstorben. Das Haus geerbt habe dann die Tochter der jüngeren Schwester. „Die wohnt aber schon seit vielen Jahren nicht mehr dort und hat wohl auch kein finanzielles Interesse, das Haus zu verkaufen.“ Wie ein anderer Anwohner sagt, solle die Erbin mittlerweile in einem Heim im Main-Taunus-Kreis leben.

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