Albtraum im Ferienparadies: Mainzer entgeht nur knapp dem Tod

Es grenzt an ein Wunder, dass der Mainzer Gökan Akinci noch lebt. In einem mexikanischen Touristenort wurde der Geschäftsmann während einer Schießerei von mehreren Kugeln hart getroffen. Mit Merkurist hat er nun über den Vorfall gesprochen.

Albtraum im Ferienparadies: Mainzer entgeht nur knapp dem Tod

Eigentlich wollte der Mainzer Gökhan Akinci nur ein paar Tage in Mexiko ausspannen und seinen Urlaub genießen. Doch den Aufenthalt im Ferienparadies Playa del Carmen hätte der Geschäftsmann beinahe mit seinem Leben bezahlt. Bei einem Schusswechsel in einer Bar geriet er zwischen die Fronten und wurde achtmal (!) getroffen. Im Interview mit Merkurist schildert der Mainzer, wie er die Horrortat er- und überlebte und an seinem Krankenbett mit Maschinengewehren beschützt wurde.

Zur falschen Zeit am falschen Ort

Mitte August flog Akinci mit seiner Freundin nach Mexiko, um im Touristenort Playa del Carmen ein paar schöne Tage zu erleben. Am Abend des 14. August fuhr der Mainzer vom seinem Hotel aus noch einmal mit dem Taxi in die nahegelegene Innenstadt, um sich dort Zigaretten zu kaufen. Doch dann schlenderte er noch durch ein Barviertel. Wie Akinci erzählt, wollte er nur kurz etwas trinken und dann zurück. Schließlich habe er vor einer gut besuchten Bar gegen 22:30 Uhr Halt gemacht und zunächst noch darauf gewartet, Einlass zu bekommen.

Die Stimmung unter den Gästen sei ausgelassen gewesen. Nichts habe darauf hingedeutet, dass sich nur kurze Zeit später eine für ihn fast tödliche Schießerei entwickeln würde, sagt Akinci. Urplötzlich habe dann jemand völlig unvermittelt aus der Menge heraus einfach losgeschossen. Zehn bis zwölf Schüsse sollen abgegeben worden sein, wie die Polizei später rekonstruiert. Ganze acht davon bekam der Mainzer ab. „Die Kugeln haben mich in Arm, Bein und Bauch getroffen, auch ein Leberdurchschuss war dabei.“ Dann sei er auf den Boden geknallt, sagt Akinci. Ohnmächtig sei er aber nicht geworden.

Stattdessen habe er alles wie in einem Tunnel miterlebt, auch wenn er in diesem Moment nicht begriffen habe, was genau passierte. „Alle haben geschrien, sind weggelaufen“. Aber keiner habe sich um ihn gekümmert, sagt Akinci. Irgendwie habe er es dann geschafft – aufgrund des Adrenalins, wie der Mainzer vermutet – aufzustehen und auf Englisch um Hilfe zu rufen. Letztlich habe ihm dann der Barbesitzer geholfen und mit seiner ganzen Kraft eine der großen Wunden zugedrückt, um zu verhindern, dass Akinci noch mehr Blut verliert. Wenig später seien dann auch schon die Polizei und ein Krankenwagen eingetroffen und hätten sich um ihn gekümmert. „Plötzlich spürte ich unerträglich starke Schmerzen, konnte kaum mehr atmen“, sagt der Mainzer. Nach einer qualvoll langen Zeit, etwa eineinhalb Stunden, sei er schließlich operiert und die acht Kugeln aus seinem Körper geholt worden.

Mit Maschinengewehren bewacht

Da die mexikanische Polizei am Tatort der Schießerei eine große Menge an Drogen fand und zunächst nicht einschätzen konnte, ob Akinci möglicherweise in Verbindung zum Drogenhandel steht, wurde der Mainzer rund um die Uhr von Polizisten mit Maschinengewehren beschützt. Nach drei Tagen, in denen sich Ärzte und Pfleger intensiv um ihn gekümmert hätten, habe er sich allmählich wieder erholt, sagt Akinci. „Zum Glück haben die Kugeln bei mir keine Organe verletzt.“ Schließlich habe er das Krankenhaus verlassen können und sei dann in sein Hotel zurückgekehrt, wo sich seine Freundin um ihn und die Rückreise nach Deutschland kümmerte. „Anfangs war ich noch total nervös, ob ich auch wirklich sicher bin. Es war ein echter Albtraum“. Doch wenige Tage später, sagt der Mainzer, habe sich dieses Gefühl gelegt.

Als Akinci wieder in Mainz war, ging sofort der Ärger für ihn los, weil er hier mit dem Drogenfund in der Bar in Verbindung gebracht wurde. „Es wurden Falschmeldungen über mich verbreitet, das war einfach nur lächerlich.“ Außerdem musste Akinci mehrere Stunden bei den Strafbehörden in Mainz vorsprechen und Fragen zu der Tat in Mexiko beantworten, da auch hier in dem Fall („Spiegelverfahren“) ermittelt wird. Akinci selbst habe mit der Schießerei, bei der er beinahe getötet worden wäre, dagegen schon abgeschlossen, wie er sagt, und wolle nun nach vorne blicken.

„Mittlerweile habe ich auch eine Bescheinigung von der Polizei in Mexiko erhalten, dass ich einzig und allein Opfer bin und nicht verdächtig, mit der Tat in einem anderen Zusammenhang zu stehen.“ Der Täter sei indes aber immer noch nicht ermittelt worden. Seine Wunden seien inzwischen auch gut verheilt, sagt der Mainzer. Ein Leben lang erinnern an diesen Abend im Sommer 2022 werden sie ihn dennoch. Für Akinci beginnt nun aber ein neues Kapitel in seinem Leben. Vor Kurzem übernahm er das Bistro-Kisok am Mainzer Medienhaus in der Nähe des Hauptbahnhofs.

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