5 kuriose Geschichten aus 19 Jahren Gutenberg-Marathon

Am Sonntag findet der 20. Gutenberg-Marathon in Mainz statt. Grund genug, auf die dramatischen, witzigen und wunderbaren Momente der Mainzer Marathon-Geschichte zu blicken.

5 kuriose Geschichten aus 19 Jahren Gutenberg-Marathon

Siege, Dramen, Lacher: Im Mai 2000 fand in Mainz der erste Gutenberg-Marathon statt. Inzwischen ist der Lauf zum Traditionsevent geworden. Bevor am Sonntag die Läufer zum 20. Mal auf den rund 42 Kilometer langen Kurs durch Mainz starten, wollen wir an die schönen, dramatischen und kuriosen Momente des Mainz-Marathons erinnern.

Die Entstehung

Schon die Entstehung des Gutenberg-Marathons ist ein bisschen kurios. Denn Johannes Gutenberg — der Erfinder des Buchdrucks — hat eigentlich keinen Marathon-Bezug. Doch als man sich in der Mainzer Stadtverwaltung fragte, wie man den 600. Geburtstag Gutenbergs im Jahr 2000 feiern könnte, kam Thomas Schäfer, einem Mitarbeiter des Stadtamtes für Öffentlichkeitsarbeit, die Idee. In der weltberühmten Gutenbergbibel sind 42 Zeilen pro Seite gedruckt. Warum also nicht einen Marathon ins Leben rufen (42,2 Kilometer Distanz) und jeder Zeile einen Kilometer widmen? Gesagt, getan.

Das Marathon-Baby

Den Gutenberg-Marathon 2002 werden Georg Supp und seine Frau nie vergessen. Als der Läufer aus dem Breisgau gegen 9:30 Uhr auf die Strecke ging, ahnte er nicht, dass bei seiner schwangeren Frau rund 90 Minuten später die Wehen einsetzen sollten. Während Georg Supp die letzten Kräfte mobilisierte und ins Ziel einlief, war seine Frau schon auf dem Weg in den Kreißsaal. Strecken-Moderator Klaus Hafner klärte den ahnungslosen Läufer im Ziel auf und der schaffte es gerade noch rechtzeitig zur Geburt von Sohn Lasse ins Krankenhaus.

Selama-Drama

Selama Amariam Estopia wird wohl für immer in die Geschichte des Mainzer Gutenberg-Marathons eingehen. Beim Halbmarathon 2018 überraschend in Führung liegend, überquerte er rund 200 Meter vor dem Ziel eine Matte im Boden, die zur Zeitmessung vorgesehen war. Dabei dachte er irrtümlich, er wäre gerade über die Ziellinie gelaufen. Letztlich wurde Selama nur 29. und zum tragischen Helden des Wettbewerbs. Doch ganz ohne Pokal sollte Selama nicht bleiben: Merkurist überreichte ihm den „o-ha!-Pokal“ für besondere Leistungen. Im Gespräch verriet Selama, dass er jetzt hoch hinaus will.

Wo sind die Bananen?!

Der Abend vor dem Gutenberg-Marathon 2006 — die Ruhe vor dem großen Sturm am nächsten Tag. Ein letztes Mal gehen die Organisatoren alles für den Rennsonntag durch. Absperrungen? Check! Markierungen angebracht? Check! 18.000 Bananen für die Läufer? Ähm… Angstschweiß, blasse Gesichter und unzählige Telefonate folgen. Niemand weiß, wo der Lkw mit der Lieferung für die Marthonläufer abgeblieben ist. Stunden später rollt der Lkw an, inzwischen ist es Nacht geworden. Warum hatte der Lkw-Fahrer seine Verspätung nicht telefonisch durchgegeben? Seine Antwort: „Nummer vergessen“.

Verzockt

2001 hatte der Kenianer Francis Mbiu noch den Gutenberg-Marathon gewonnen. Nachdem er im Jahr darauf nur an Position Fünf ins Ziel kam, hatte sich Mbiu für den Mainz-Marathon 2003 besonders viel vorgenommen. Doch der Kenianer sollte sich total verzocken. Auf den ersten Kilometern powerte sich Mbiu bei heißen Temperaturen völlig aus und musste den Marathon irgendwo in AKK aufgeben. Offenbar hatte er danach Probleme, den Weg zurück auf die „richtige“ Rheinseite zu finden und galt für Stunden als verschollen. Am frühen Abend wurde Mbiu dann wieder in Mainz gesichtet: Mit traurigem Blick saß er in der Nähe des Hilton-Hotels am Ufer und blickte auf den Rhein. (lp)

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